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sprach, die mit dem Kern meiner Unterscheidung des Indi
vidualismus und Universalismus (die auf einem rein ana
lytischen Gedankengange ruht) gar nichts zu tun hat, und
behauptete, die individualistische Methode bedeute eine „indi
vidualistische Wertung". M. W. betrachtet naiverweise Indivi
dualismus und Universalismus primär als Zweckeinstel
lungen während sie in Wahrheit primär Wesensanalysen,
analytische Befunde sind! Die Zweck- und Werteinstellung
gehört erst der Frage an: ob aus dem analy
tischen Befunde für die Wertung etwas
zu folgern sei und was; und daß er 2. sofort mit
naiver Selbstverständlichkeit die individualistische Analysis
als die einzig mögliche und richtige hinstellt und dazu noch
was gar nicht notwendig zu ihr gehört, behauptet, es müßten
auch die „Motive" des Handelns der Einzelnen, als erste und
ursprüngliche Wirklichkeit der wirtschaftlichen (gesellschaftlichen)
Erscheinungen betrachtet werden; wobei er die universali
stische vom Ganzen ausgehende Analyse als „Hilfsbetrachtung"
annimmt!! Mit dieser zweiten Entgegnung
hat sich MarWeber durchaus auf den Bo
den meiner Theorie gestellt. Er hat zwar nicht
dieselbe analytische Entscheidung getroffen wie icb, nämlich
nicht die universalistische, sondern die individualistische; aber
er hat ungewollt und unbewußt anerkannt, daß stets eine dieser
beiden Entscheidungen getroffen werden muß, daß man ihr,
selbst wenn man die Alternative formell ablehnt, in Wirklichkeit
niemals entgehen könne; und er hat endlich selbst mittelbar
festgestellt, daß diese Entscheidung ihre methodologischen Folgen
hat, ja daß diese Entscheidung die gesamte
Methodik beherrscht. Das kann mir genug sein.
Daß die dargelegte Stellungnahme Mar Webers auch mit
seinem bekannten, nicht zu Ende gedachten, unklaren Begriffe
des „Idealtypus" zusammenhängt, bemerke ich hier nur neben