A. II. Abschnitt. Die Geschichte des" Steuerwesens.
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die Stände gegen die Bewilligung verschiedener Begünstigungen
dem Könige bewilligten, umsomehr, als diese nicht von den Privi
legierten, sondern von den Leibeigenen gezahlt wurden. Diese
Subsidien behaupteten bis zum Jahre 1715 ihren außerordentlichen
Charakter als Geschenk. Zum erstenmal wurden diese Subsidien
von König Albert im Jahre 1439 erbeten aus Anlaß der von den
Türken drohenden Gefahr. Diese Subsidien (subsidium, contri-
butio, dica. cisio) sind dieselbe Steuer, die im Westen schon früher
Wurzel gefaßt hatte (tallagium, taille). Während die Leibeigenen
die Cision bezahlten, zahlten die Städte als außerordentliche Steuer
die sogenannte Taxe. Im Jahre 1527 boten die Stände dem Könige
ein Zehntel ihres beweglichen Vermögens an. Im XVII. Jahr
hundert begegnen wir einer neuen Steuer, die im Wesen dasselbe
war, wie die Cision, das zur Erhaltung des die ungarische Krone
bewachenden Militärs eingehobene Krongeld; diese Steuer wurde
aber in perpetuo bewilligt, nicht wie die Cision, von Fall zu Fall.
Im Jahre 1557 wird als neue Steuer die in natura zu leistende
öffentliche Arbeitspflicht bei öffentlichen Arbeiten eingeführt. Diese
persönliche Arbeitspflicht konnte abgelöst werden, manchmal wurde
diese Ablösung sogar obligatorisch angeordnet. Leopold I. führte
willkürlich eine neue Steuer ein, die Adelige und Nichtadelige zu
bezahlen hatten; außerdem führte er Verzehrungssteuern ein vom
Wein, Bier. Branntwein, Fleisch. Dieses Steuersystem hörte im
Jahre 1679 wieder auf, und im Zusammenhang damit löste sich
auch das alte Steuersystem auf. Die traurigen Zeiten gestatteten
nicht das Steuersystem zu reformieren und die Wiener Hofkammer
verwaltete dasselbe mit der größten Willkür.
Die direkte Steuer, deren Bemessungsgrundlage außerordent
lich kompliziert war, wurde im Jahre 1715, infolge der Einführung
des stehenden Heeres, als bleibende Einnahmequelle perpetuiert,
doch mußte dieselbe stets von der Ständeversammlung votiert
werden. Und während früher von den Landtagen nur der Steuer
schlüssel bewilligt wurde, wurde nun jedesmal eine bestimmte Steuer
summe bewilligt. Diese Summe betrug im Anfang (1714) rund
2 Millionen Gulden, aber im Jahre 1751 schon 3,9 Millionen Gulden.
Die Steuer lastete nicht auf dem Besitz („ne onus fundo inhaeret ),
sondern auf dem Individuum und dieses Prinzip wurde erst im
XIX. Jahrhundert (1836) so weit modifiziert, daß auch der Adelige,
der auf dem Gute des Leibeigenen wirtschaftet, die Steuer bezahlen
mußte. Gleichzeitig beginnt um diese Zeit schon der Kampf zur
Einschränkung der Steuerfreiheit des Adels, dessen erste Phasen
übrigens noch in eine frühere Zeit zurückreichen. Dieser Kampf