Full text : Tote und lebendige Wissenschaft

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2.  Die  durchgängige  Planwirtschaft  oder  kommunistische
Wirtschaft.
Unsere  bisherigen  Betrachtungen  zeigten  „Wirtschaft"  nur
als  überindividuellen  Gliederbau,  nur  als  Ganzheit  wirklich.
„Ganzheit"  —  so  sahen  wir,  und  wir  müssen  es  uns  immer
wieder  vollkommen  klar  machen  —  heißt  aber  nicht,  daß
einzelne  Stücke  sich  zusammenstellen,  und  nun  durch  solche
Zusammenstellung  oder  Aneinanderreibung  auf  atomistische
Weise  das  Ganze  bilden.  Nein!  „Ganzheit"  ist  ein  Geistiges
und  schon  darum  keine  Versammlung  des  Zerstreuten;  Ganzheit ­
  ist  ein  Ausgegliedertes;  und  Ganzheit  ist  darum
ferner  logisch  früher  da  als  die  einzelnen  Bestandteile,  sie  ist
die  Idee,  die  Seele,  die  Lebenskraft,  das  Erste:  Durch  Eingliederung ­
  in  sie,  durch  Teilnahme  an  ihr,  gleichsam  als
Beseeltwerden,  Geschaffenwerden  des  „Stückes"  durch  sie
(oder  wie  man  es  auch  sonst  ausdrücken  möge)  kann  etwas
Glied  davon  werden.
Die  Frage,  wie  etwas  Glied  des  Ganzen  werden  kann,
ist  die  Schicksalsfrage  der  kommunistischen  Wirtschaft.  Das
anschaulichste  Beispiel  dafür  bildet  der  Organismus.  Ein  verletztes ­
  Organ  kann  man  nicht  dadurch  ergänzen,  daß  man  etwa
Stücke  von  Fleisch  hineinstopft.  Sondern  das  Fremde  muß
erst  zu  Nahrung  werden,  die  Nahrung  muß  erst  durch'  manche
Mittelstufen  hindurch  zu  Blut  werden,  das  Blut  muß  erst  in
das  Organ  sich  verwandeln,  es  in  diesem  übertragenen  Sinne
„aufbauen",  muß  es  in  Wahrheit  neu  schäften,  neu  ausgliedern
—  so  nur  kann  das,  was  vorher  außerhalb  des  Organismus
war,  nun  ein  Gliedhaftes,  ein  wahrer  Teil  der  Ganzheit  werden.
Den  Fehler,  die  individualistisch  -  verkehrswirtschaftliche
(mechanische,  atomistische)  Vorstellungsweise,  welche  das  Ganze
nicht  von  der  Ganzheit  her  ausgegliedert  sein,  sondern  von
den  Stücken  aus  zusammengesetzt  werden  läßt,  auch  auf
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