Full text : Tote und lebendige Wissenschaft

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ständisch  gebundene  Wirtschaft  hingegen  einem  blühenden,  wohl
bestellten,  organisch  gegliederten  Hauswesen,  wo  Pflichten  und
Rechte,  Aufgaben  und  Freiheiten,  Mühe  und  Lohn  in  schönem
Ebenmaße  ausgeteilt  sind.
5.  wirtschaftsgeschichtlicher  Rückblick.
Die  Beurteilung  der  Grundgestalten  der  Wirtschaft  in  der
bisher  dargelegten  Weise  führt  zu  einer  ganz  anderen  Einstellung ­
  in  der  Wirtschaftsgeschichte,  als  sie  bisher  üblich  ist.
Bisher  herrscht  die  darwinistische  und  die  marxistische  Einstellung ­
  in  der  Wirtschaftsgeschichte  unbewußt  vor.  Die  darwinistische ­
  insofern,  als  in  den  früheren  Zeitabschnitten  der  Geschichte ­
  überall  primitivere  Verhältnisse  gesehen  werden,  die
wir  durch  unsere  moderne  Entwicklung  längst  überholt  hätten.
Die  marxistische  insofern,  als  in  der  Urzeit  eine  Art  von  kommunistischen ­
  Verhältnissen  angenommen  wird  —  z.  B.  die
Markgenossenschaft  der  Germanen,  die  aus  lauter  Gleichen  bestanden ­
  haben  soll  —welche  langsam  durch  immer  größere  Durchbrüche ­
  des  Privateigentums  zum  Gipfel  der  bisherigen  Entwicklung, ­
  zum  Kapitalismus,  geführt  hätten,  auf  den  dann  nach
Marx  ein  geläuterter  Zukunfts-Kommunismus  folgen  würde.
Bücher  hat,  ganz  diesem  Darwinisch  -  Marrischen  Geiste
gemäß,  in  seinem  Werke  „Entstehung  der  Volkswirtschaft"
(1.  Ausl.  1893)  die  gesamte  Wirtschaftsgeschichte  nach  der
Stufenfolge  von  „Hauswirtschaft,  Stadtwirtschaft,  Volkswirtschaft" ­
  erklären  wollen  (z.  T.  auf  Gedanken  von  Schönberg
und  Rodbertus  gestützt)^).  So  sehr  diese  Stufenlehre  von  bedeutenden ­
  Geschichtsforschern,  besonders  von  Below^)  und
*)  Vgl.  Plenge,  Die  Stammformen  der  vergleichenden  Wirtschaftstheorie, ­
  Essen  1919,  und  Below,  Probleme  der  Wirtschaftsgeschichte,
1920.  S.  175  u.  ö.
2 )  Vgl.  Probleme  der  Wirtschaftsgeschichte,  Tübingen  1920.  S.  143  ff.
u.  ö.
            
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