Über das, was der Kurfürst aus der Reservekasse empfing,
führte er eigenhändig Buch. Diese Sonderkasse wird hier und dort als
Partikular- oder Partikulierkasse bezeichnet. Es kam auch vor, daß aus
dieser Partikulierkasse der Reservekasse eine Einnahme zufloß 157 .
Was die Reservekasse von Buderus empfängt, ist in Buderus’
Rechnung als Ausgabe gebucht. Die sonstigen Einnahmen der
Reservekasse figurieren nicht bei Buderus, z. B. nicht die Zinsen von
ausgeliehenen Kapitalien. Auch waren die wenigen zinstragenden
Kapitalien der Reservekasse variabel. Zum Beispiel werden die
Zinsen eines Kapitalrestes von 200 000 rf bei des Königs von
Dänemark Majestät zum Teil bei der Reservekasse, zum Teil bei
Buderus vereinnahmt. Figurieren sie dort, so fehlen sie hier, und
umgekehrt. Um also die Gesamteinnahmen aus solchen Zinsen
oder die entsprechenden Kapitalien kennen zu lernen, muß man
die betreffenden Posten bei Buderus und bei Knatz vergleichen.
Die Reservekassenrechnung schließt jedes Mal mit dem Kalender
jahr ab, Buderus’ Rechnung in der Regel mit dem Kalendermonat.
Nur das Jahr 1807 bildet bei Buderus eine einheitliche Rechnung,
die auch mißlicher Umstände wegen und trotz des fortgesetzten
Drängens des Kurfürsten mehrere Jahre im Rückstand bleiben
mußte 158 . Die schwierigen und verwickelten Verhältnisse, die den
Übergang aus der Staatsverwaltung in eine verzweigte Privat
verwaltung bezeichnen, sind hier mit meisterhafter Klarheit und
Durchsichtigkeit dargelegt. Aus dieser Jahresrechnung und der
Reservekassenrechnung desselben Jahres ergibt sich, daß damals,
alles in Reichstaler umgerechnet und abgerundet, folgende fest
ländischen Kapitalien dem Kurfürsten verblieben waren:
1. von ehemaligen Kriegskassenkapitalien 7 467 000 Rtlr.;
2. von ehemaligen Oberrentkammerkapitalien 2911000 Rtlr.;
3. von ehemaligen Kapitalien der Hanauer Kammerkasse
87 000 Rtlr.;
4. von ehemaligen Kabinettskassenkapitalien 238 000 Rtlr.
Die in diesen Summen enthaltenen Staatspapiere sind nach dem
Nominalwert berechnet. Zu den geretteten Kapitalien der Kriegs
kasse (2,59 Mill. Rtlr. Ankaufpreis der englischen Annuitäten,
0,89 Mill, bei den englischen Prinzen und 7,47 Mill, festländische
Kapitalien) kamen noch 0,93 Mill. Rtlr. an Pfandverbindlichkeiten,
die weder bei Buderus noch bei Knatz, sondern bei Lennep ver
rechnet wurden. Der Kurfürst hatte nämlich den Bankiers Michel