Full text : Meyer Amschel Rothschild, der Gründer des Rothschildschen Bankhauses

richtigen  Ablieferung,  und  von  der  Behörde  darüber  beygebrachten
Bescheinigung  wieder  zu  erstatten  hierdurch  gnädigst  zusichern.“
Noch  im  Jahre  1807  lieferte  Rothschild  941  von  den  Franzosen
wiedererkaufte  silberne  Medaillen  ab,  die  168  Mark  wogen  und
mit  2 1 /s  fl  für  das  Lot,  d.  h.  mit  6272  fl  beglichen  wurden.
Unterm  26.  Februar  1808  quittierte  der  Kurfürst  in  Itzehoe  über
den  Empfang  von  92  Stück  goldene  und  weiteren  1320  Stück
silberne  Medaillen,  wovon  die  goldenen  2436  Dukaten  und  die
silbernen  3616  Lot  wiegen  sollten.  Nachdem  das  Gewicht  richtig
befunden  war,  wurde  im  Januar  1809  auch  dieser  Posten  von  dem
Geheimen  Kriegsrat  Buderus  von  Carlshausen  mit  dem  ausbedungenen ­
  Kaufpreis  von  23  053  fl  20  kr  durch  Verrechnung  beglichen ­
  17 .
Nodi  nach  Rothschilds  Tod  lieferte  sein  Haus  zwei  Mal  Medaillen
an  den  hessischen  Hof.  Am  6.  Januar  1813  wurden  in  Prag
13  Stück  goldene  und  208  Stück  silberne  Medaillen  abgeliefert,
und  im  Jahre  1814  fand  noch  eine  Lieferung  statt  im  Betrag  von
434  Rtlr.  26  Albus  3  Heller,  wie  aus  der  Schatullkassen-Rechnung
des  Jahres  1814  (S.  19)  zu  ersehen  ist.
Der  Handel  mit  Antiquitäten  läßt  sich  ebenfalls  weiter  herab
verfolgen.  In  den  neunziger  Jahren  findet  sich  noch  eine  deutliche ­
  Spur  davon.  Wenn  Rothschild  dann  in  der  Exilzeit  dem
Kurfürsten  mehrere  Gegenstände  der  Kleinkunst  abkaufte,  so  kann
das  allerdings  ein  bloßer  Gefälligkeitsdienst  gewesen  sein.  Im
Jahre  1813  aber  tritt  der  Kurfürst  noch  einmal  als  Abnehmer
auf.  Er  erhielt  einen  kostbaren  Ring  mit  einem  großen  rötlichen
Brillant,  der  mit  kleinen  weißen  Brillanten  umgeben  war 18 .
Damit  sind  unsere  Nachrichten  über  diesen  Gegenstand  erschöpft. ­
  Wichtig  ist,  daß  Meyer  Amschel  schon  in  jungen  Jahren
in  Verbindung  mit  seinem  Wechslerberuf  den  Münz-  und  Medaillenhandel ­
  betrieb  und  sich  auf  diesem  Weg  seinen  Hoftitel  beim
Fürsten  von  Hessen-Hanau  verdiente,  daß  in  den  siebenziger  und
achtziger  Jahren  sein  Münz-  und  Medaillenhandel  einen  größeren
Umfang  annahm  und  sich  gleichzeitig  der  Handel  mit  Juwelen  und
Antiquitäten  dazugesellte,  während  der  Handel  mit  Wechseln  mehr
zurücktrat.  Daß  der  Münz-  und  Antiquitätenhandel  sich  nach  den
achtziger  Jahren  noch  umfangreicher  entwickelt  hätte,  ist  nicht
anzunehmen.  Jedenfalls  kann  er  zu  dieser  Zeit  im  Verhältnis  zu
Rothschilds  sonstigem  Warenhandel  nur  einen  kleinen  Teil  aus-
            
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