fullscreen : Bericht der Zentralstelle zur Beschaffung der Heeresverpflegung für die Zeit bis zum 30. April 1916

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Berggewohnheiten  aus  dem  12.  und  13.  Jahrhunderte,  beider  Trientiner
und  Kuttenberger  Bergordnung,  in  außerdeutschen  Texten  einzelne
deutsche  Kunstausdrücke,  wie  Hangendes,  Liegendes,  Rundbaum  und
andere  Vorkommen.  Allein  es  dürfte  gegen  die  Annahme  des  deutschen
Ursprungs  der  Berggewohnheiten  zu  beachten  sein,  daß  in  Deutschland
vor  der  Römerzeit  kaum  ein  Bergbau,  geschweige  denn  ein  Bergbaurecht
bestanden  hat.  Als  die  Deutschen  mit  den  Römern  in  Berührung  kamen,
befanden  sie  sich  noch  in  der  Periode  des  Stein-  und  Bronzezeitalters  *.
Sie  besaßen  damals  weder  Gold  noch  Silber,  ja  selbst  Eisen  hatten  sie
nur  ganz  selten 1  2  * .  Es  fehlten  ihnen  wie  den  übrigen  „Barbaren“  sowohl
die  geeigneten  Geräte 8 ,  wie  die  allgemeine  Kultur,  um  einen  Bergbau
im  technischen  Sinne  dieses  Wortes  betreiben  zu  können.  Ihre  gänzliche
Erkenntnis  der  bergmännischen  Künste  ergibt  sich  schon  aus  der
primitiven  Art  der  Salzgewinnung,  welche  Tacitus,  wie  folgt,  beschreibt:
Non  ut  alias  apud  gentes  eluvie  maris  arescente  unda,  sed  super  ardentem
arborum  struem  fusa,  ex  contrariis  inter  se  elementis,  igne  atque  aqua
concretum 4 .
Dagegen  waren  die  Römer,  wie  wir  unter  anderem  aus  dem  dreiund
  vierunddreißigsten  Buche  der  historia  naturalis  des  Plinius  ersehen,
in  der  Bergbaukunst  erstaunlich  weit  vorgeschritten 5  *  * .  Sie  waren  des
1  Friedei,  Das  Stein-,  Bronce-  und  Eisenzeitalter  der  Mark  Brandenburg,
Berlin  1878.
2  Tacitus  Germania  cap.  6;  Ne  ferrum  quidem  superest,  sicut  ex  genere
telorum  colligitur  (Ausgabe  von  Schweizer-Sidler,  Halle  I871,  S.  12).
8  Vor  der  Römerzeit  betrieb  man  z.  B.  in  England  den  Bergbau  mit  Geräten
aus  Eichenholz  oder  Stechpalmen.  (The  Laws  and  Customs  of  the  Stannaries  in
the  Counties  of  Cornwall  and  Devon  by  Pearce,  Preface  p.  2.)  Dabei  waren  die
Kelten  sowohl  im  Berg-  wie  im  Hüttenwesen  den  Germanen  weit  voraus.  (Gurlt,
Bergbaukunde  S.  13.)
4  Annales  XIII,  57.  (Ausgabe  Göttingen  1804,  p.  358.)
5  Mispoulet  p.  83  sagt  dagegen:  <1  L’origine  romaine  de  tous  les  Statuts  miniere ­
  de  l’epoque  mediavale  ne  saurait  donc  ctre  contestee.  Les  r&glements  romains
ont  eu  certainement,  seien  les  temps  et  les  lieux,  un  certain  nombre  de  modifications.
  —  II  nous  suffit  de  constater  que,  dans  le  fond  comme  dans  la  forme,
les  dispositions  essentielles  du  regiement  d’Ajustrel  se  retrouvent  dans  les  principaux
  Statuts  du  moyen  äge.»  Die  Gleichartigkeit  des  Betriebes  im  Mittelalter
und  im  Altertum  bezeugt  auch  Hue.  Mispoulet  p.  82  behauptet  allerdings,  theoretisch ­
  und  nach  der  „legislation  proprement  dite“  seien  im  Römischen  Reiche  und
noch  lange  im  Mittelalter  die  Bergwerke  pars  funcli  gewesen,  doch  nach  einer
„pratique  administrative“  und  einem  „droit  populaire  tres  vivant“  sei  diese  Trennung ­
  zwischen  Grundeigentum  und  Bergwerk  vollzogen  und  haben  Bergbaufreiheit
und  Bergregal  (wie  schon  in  den  Tafeln  von  Aljustrel)  bestanden.  Allein  die
Tafeln  von  Aljustrel  stellen  nicht  bloß  eine  Verwaltungspraxis  —  „pratique  admini-
            
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