Full text: Hundert Jahre J.P. Bachem, Buchdruckerei, Verlagsbuchhandlung, Zeitungsverlag

und dem Geldstolze noch einige Wirksamkeit geblieben ist. Die all 
gemeinste, achtungsvollste Theilnahme aller Stände und der Buchhändler- 
weit haben dafür die schönsten Beweise geliefert, daß ich nicht umsonst 
gelebt und meine Kräfte und ein großes Vermögen geopfert habe.“ 
Im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel, Leipzig, 1840 
Nr. 107 vom 11. Dezember 1840 findet sich eine Erklärung vom 
10. November 1840 „An meine Herren Kollegen!“, in der es heißt; 
„Mein Vertrauen in die Zusage eines andern, wodurch ich aus meinen 
eigenen Mitteln überflüssige Fonds erhalten sollte [Bachem hatte sein 
Haus an der Hohenstraße an den Kaufmann Zanoli verkauft; die zu 
gesagte Zahlung blieb aber ausj, ließ mich eine bedeutende Zahlung auf 
bestimmte Zeit annehmen und wurde dadurch, weil dasselbe durch den 
mir Verpflichteten, wie es sich aber erst nach abgelaufenem Termine 
erwies, nicht gerechtfertigt wurde, eine augenblickliche Insolvenz herbei 
geführt. Diese s wurde nun auf die liebloseste Weise benutzt, um ein so 
wohlfundirtes, mit der größten Sorgfalt geführtes und im besten Rufe 
stehendes Geschäft zu Grunde zu richten, und über mich und meine 
Familie eine Unzahl von Leiden zu verhängen . . .; eine vieljährige, 
mühevolle und sehr kostspielige Saat wurde mit dem Untergange bedroht 
in einem Augenblicke, wo die schönsten Früchte mit der größten Zu 
versicht erwartet werden durften . . . Der herbe Schmerz über ein so 
unbesonnenes, herzloses Verfahren, wozu ein elender Wortbruch den 
unseligen Grund gelegt hatte, und die traurige Aussicht auf die möglichen 
Folgen eines so unverdienten harten Schicksals drohten meine ohnehin 
schwache Gesundheit ganz zu untergraben.“ Die meistens anwesenden 
Gläubiger von einiger Bedeutung hätten sich bemüht, „ihr Urtheil vom 
17. Sept. d. J. zurückzunehmen und die völlige Wiedereinsetzung in 
mein Vermögen und mein Geschäft und in die daraus resultirenden Rechte 
zu verordnen . . . Das kgl. Handelsgericht erklärte, den Einspruch der 
Creditoren verwerfen zu müssen . . . Ich darf, Gott sei Dank, ruhig auf 
die Vergangenheit zurückblicken; ich schöpfe aus dem Bewußtsein, nur 
das Gute gewollt zu haben, trotz des Gebelles unsinniger Widersacher 
den Muth für die Zukunft! . . . Das kgl. Handelsgericht hat unter Con- 
trolle des Syndiks die Druckerei bereits zu meiner Verfügung gestellt 
und die Befugniß ertheilt, den Druck der angefangenen Werke und 
Accidenz-Arbeiten zu beendigen.“ 
In der Tat ergab die Durchsicht der Bücher, daß die ganze 
Angelegenheit überflüssig gewesen war. Die Bilanz, die unter Mit 
wirkung Lambert Bachems aufgestellt wurde, schloß mit 32524Tlr. 
29 Sgr. Vermögensbestand und 47269 Tlr. 22 Sgr. Schulden, unter 
denen sich aber als höchster Posten eine hypothekarisch ge 
sicherte Forderung der Gattin Bachems auf das Haus Hohestraße 81
	        
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