Full text: Finanzwissenschaft

IV. Abschnitt. Hilfswissenschaften der Staatshaushaltslehre. 33 
alter von der sozialen Ordnung und der Klassenbildung abhängt, 
so hätte er für die Finanzgeschichte Wichtiges geleistet. 
4. Zu jenen Hilfswissenschaften, die die Entwicklung der Fi 
nanzwissenschaft wesentlich befördern, gehört auch die Finanzstatistik, 
welche uns in exakten Daten die Gestaltung der Staatswirtschaft, 
Einnahmen und Ausgaben, aktives und passives Vermögen bietet. 
Wie die sonstigen Zweige der Statistik, war auch die Finanzstatistik 
im Anfange mehr die Arbeit von Privatstatistikern, mit der Organi 
sierung der amtlichen statistischen Bureaus wurde aber auch die 
Finanzstatistik zu einem Zweige der offiziellen Statistik. Auch auf dem 
Gebiete der Finanzstatistik haben die Arbeiten der internationalen 
statistischen Kongresse, so der im Jahre 1857 in Wien abgehaltene, 
ferner die Kongresse des internationalen Statistischen Institutes 
große Bedeutung. Auf dem Wiener Kongreß hat Czörnig das aus 
führliche Programm der Finanzstatistik vorgelegt. Czörnig hat sich 
auch durch die teilweise Verwirklichung dieses Programmes Ver 
dienste erworben; im Jahre 1862 erschien sein Werk: „Das öster 
reichische Budget in Vergleichung mit jenen der vorzüglicheren 
europäischen Staaten“. Die Literatur der Finanzstatistik behan 
delten mit Erfolg Blecke, Kaufmann, Zorn, Schwarz, Besobrasoff 
usw. Von amtlichen Publikationen sind namentlich die graphischen 
Arbeiten des französischen Finanzministeriums wertvoll. Der sta 
tistische Kongreß beschäftigte sich im Jahre 1876 auch mit der 
Finanzstatistik der Großstädte, die namentlich Körösi kultivierte. 
Die Finanzstatistik hat ihre großen Schwierigkeiten, welche in dem 
komplexen Charakter der Staatswirtschaft ihren Grund haben. Dar 
um setzt eine richtige und vorsichtige Verwendung der finanzstati 
stischen Daten eine genaue Kenntnis des Organismus der Staaten, 
ihres Verwaltungsorganismus und ihres Finanzrechtes voraus. 
Feldes, Finanz Wissenschaft. 
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