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Anders stellt es sich, wenn dies nicht der Fall ist; die Schätzung
liegt dann auch sehr weit von der Wahrheit ab. Angenommen, daß
a=b=5000 und 95%, der Personen in Gruppe A und 15°%, derer
der Gruppe B unrichtig registriert seien. Es ist dann a, = 4750,
bı = 750 und « = 1000, 8 = 9000. Die Gruppe « besteht aus 250 der
Alkoholiker und 750 der Nicht-Alkoholiker, während die Gruppe ß aus
4750 der ersteren und 4250 der letzteren besteht. Die Sterblichkeit
ist jetzt 0,325 und 0,353, d. h., daß die Nicht-Alkoholiker eine
größere Sterblichkeit als die Alkoholiker haben. Hier hat sich indes
die Schätzung so weit von der Wahrheit entfernt, daß die Gruppe der
Alkoholiker nur 25%, die Gruppe der Nicht-Alkoholiker dagegen
53 % Alkoholiker zählte.
335. Fließenden Grenzen zwischen den Unterabteilungen be-
gegnet man auch, wenn z. B. in einem Lande Haar- und Augenfarbe
der Kinder untersucht werden. Da sich viele Personen an einer
solchen Untersuchung beteiligen müssen und deshalb trotz aller
Sorgfalt hinsichtlich der Farbenskala aller Wahrscheinlichkeit nach
große individuelle Verschiedenheiten bezüglich der Schätzung vor-
liegen, so könnte man sich zu dem Glauben verleiten lassen, daß
ein solches Material überhaupt unbrauchbar wäre, was jedoch nicht
immer der Fall ist.
Beispielsweise sei angeführt, daß eine solche Untersuchung für
Dänemark!) als Hauptresultat dies ergab, daß von 101869 Knaben
63 940 oder 628 %o helle Augen hatten, während die entsprechenden
Zahlen für 92745 Mädchen 57627 oder 621 %,, betrugen. Die helle
Augenfarbe war also etwas seltener bei Mädchen als bei Knaben;
es ist jedoch die Frage, wie zuverlässig die Resultate sein können.
Allerdings entstammte die überwiegende Anzahl der unter-
suchten Kinder den Volksschulen, wo der Unterricht für beide Ge-
schlechter gemeinsam ist. Wenn ein Beobachter dazu neigt, die
dunkle Augenfarbe zu bevorzugen, während ein anderer vielleicht
den umgekehrten Fehler begeht, so darf man annehmen, daß die
Wahrscheinlichkeit für einen solchen Fehler ungefähr für Mädchen
und Knaben die gleiche ist.
Denkt man sich hier, daß der Bruchteil r der faktisch dunklen
Kinder fehlerhafterweise als hell, der Bruchteil s der faktisch hellen
als dunkel einregistriert worden ist, so läßt sich leicht feststellen,
) Soren Hansen, Om Haarets og @jnenes Farve i Danmark. Meddelelser
om Vanmarks Antropologi. I. Bind, Kobenhavn 1907—11, S. 285.