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Güterumsatzpolitik.
menschlichen Verbrauche. Die steuerliche Belastung selbst
wirkt, soweit sie die Waren fühlbar verteuert, erschwerend
und einschränkend auf den Verbrauch. Gerade mit Hilfe
der Steuem wird vielfach überhaupt die heutige Verbrauchs
politik durchgeführt, wenn au<§ in der Regel dieser Gesichts
punkt nicht im Vordergründe steht.
Eine besondere Fürsorge dafür, daß die natürlichen und
geldlichen Schranken des Genußverbrauchs innegehalten
werden, entfalten die heutigen Staaten nicht. Nur begünstigen
sie eine verständige Sparsamkeit und stellen wirkliche Ver
schwender mit Hilfe eines gesetzlich geregelten Verfahrens
unter Vormundschaft.
Der tatsächliche Zustand entspricht ini wesentlichen den
Anforderungen der wissenschaftlichen Lehre. Unmittelbar in
den Verbrauch der einzelnen Sonderwirtschaften einzu
greifen, ist unmöglich, weil eine wirksanie Überwachung des
auf Millionen von Haushaltungen verteilten Verbrauchs nicht
durchführbar ist. Diese Schwierigkeit steht auch einer genauen
zahlenmäßigen Erfassung des tatsächlichen Verbrauchs ent
gegen, so wünschenswert sie an sich sein würde.
Fünfter Teil.
Güterumsatzpolitik.
1«. Handelspolitik.
Die Handelspolitik, d. h. die Wahmehmung des Gesamt-
wohls in bezug auf den Handel, den Vermittler des Güter
umsatzes, ergreift mit ihren Maßregeln nicht nur das Inland,
sondern auch die wirtschaftlichen Beziehungen zu anderen
Ländern und hat für gewisse Aufgaben der letzteren Art
in den in fremden Landen bestellten „Konsuln" besondere'
Hilfsbeamte. Zum Teil haben sich auch wirtschaftliche Berufs-