mehr ab und kehrte zum Dampf zurück, als es im Jahre 1877 durch
die Tätigkeit der Eisbrecher gelang, von nun ab den Hafenbetrieb
das ganze Jahr hindurch offen zu erhalten, was einen sehr wesent
lichen Vorteil für die Ausnutzung des in den Schiffen investierten
Kapitals bedeutete. Und gerade infolge der Ausdehnung des
Hafenbetriebes auch auf die Frostperioden konnten die hydrau
lischen Kräne den gesteigerten Ansprüchen nicht mehr genügen.
Man mußte vielfach mit einem Einfrieren der Druckwasserleitung
rechnen und deshalb ging man zu einem der Bauart der hydrau
lischen Kräne nachgebildeten Dampfkran über, den der Engländer
Brown schon im Jahre 1866 geschaffen hatte. Freilich läßt die
Wirtschaftlichkeit dieser Kräne zu wünschen übrig, einmal, weil die
Anschaffungskosten mit 15 bis 16000 Mark höher sind als die
eines hydraulichen Krans, der nur 7000 bis 8000 Mark kostet,
und dann stellt sich der Dampfkran auch im Betrieb wesentlich
teurer. Allein diese Nachteile wogen gegenüber dem Vorteil
schneller Betriebsbereitschaft nicht schwer genug, als daß man
nicht fast allgemein in Hamburg zu den Brownschen Kränen
überging. Natürlich behielt man dort, wo ein Einfrieren der Druck
leitung nicht zu befürchten war, wie in London z. B., die alten
hydraulischen Kräne als die ökonomischeren bei.
Bis zum Jahre 1888 — dem Jahre des Anschlusses Hamburgs
an das deutsche Zollgebiet — zeigt die Entwicklung des Hamburger
Hafens, insbesondere der Lösch- und Ladeeinrichtungen folgendes
Bild: 1866 wird der Sandtorhafen eröffnet mit einer Wasserfläche
von 9,7 ha 1 ), einer Höhenlage von 2,3 m der Sohle unter H. N. 1 2 )
und 1020 m Kaimauer (Sandtorkai). Bis 1870 waren 19 Dampf
kräne und 8 Handkräne vorhanden. Der Preis eines einfachen
solchen Dampfkrans betrug ungefähr 7800 Mk. 1872 Eröffnung
des Schiffbauerhafens und des Grasbrookhafens mit 1,2 resp. 6,6 ha
Wasserfläche und einer Tiefe von 2,5 m unter H. N. Bis 1872
wurden vom Sandtorhafen der Kaiserkai (890 m) und Kaiserhöft
(335 rn), vom Grasbrookhafen der Dalmannkai (700 m) ausgebaut.
Die Ufer des 1876 eröffneten Petroleumhafens lagen in Böschung.
1877 wurde der Hübenerkai am Grasbrookhafen vollendet, und
damit standen nunmehr im ganzen 77 Dampfkräne und 38 Hand
kräne zur Verfügung. 1879 erfolgte die Eröffnung des Strandkais
1 ) Die Angaben über Wasserfläche, Tiefe, Kaimauer usw. sind der Hamburger
Hafenstatistik 1910 von Bubendey entnommen.
2 ) H. N. (Hamburger Null) liegt 3,538 m unter N. N. (Normal Null).