gut wegen der Gefährlichkeit des Transportes auf Dampfern den
Seglern als Frachtgut gar nicht genommen werden zu können,
zumal ein Versuch, Petroleum in einem sogen. Tankdampfer 1 )
zu transportieren, Anfang der 8oer Jahre gänzlich fehlschlug.
Das betreffende Schiff erreichte niemals sein Ziel und blieb
spurlos verschwunden. So war der Petroleumtransport in Fässern
von Amerika und Rückfracht von leeren Fässern während der
6oer, 70er und bis ans Ende der 80er Jahre ein sicherer Verdienst
für Segelschiffe, für die ja damals der Kampf mit dem Dampfer
immer heftiger einsetzte. Erst Ende der 80er Jahren gelang es,
das Problem der Tankdampfer zu lösen. So wurde im Jahre 1885 * 2 )
in Hamburg der erste Versuch mit dem Import von Petroleum
in Tankdampfern und dem Bau einer Tankanlage gemacht. In
Rotterdam fand der erste derartige Versuch im Jahre 1887 3 )
statt. Im selben Jahre sind Hamburger Firmen bereits mit eigenen
Tankschiffen am Petroleumimport beteiligt. Die schnelle Ein
führung der Tankschiffe ist dadurch erklärlich, daß diese Art des
Transportes eine erhebliche Ersparnis sowohl an Faßzoll, wie an
Löschzeit und Löschkosten bedeutet. Die Tankdampfer haben
denn auch heute den ganzen Faßimport verdrängt, und so ist den
Seglern ein wichtiger Frachtartikel zugunsten des Dampfers
völlig entzogen.
Das Löschen des Petroleums aus Seeschiffen, worum es sich
in Hamburg einzig handelt, geschieht in der Weise, daß das
Petroleum aus dem Schiff mittels gewöhnlicher Pumpen mit ver
schiedener Antriebskraft in die Tanks, die am Lande aufgestellt
sind, geleitet wird. Unter Tanks am Lande versteht man Eisen
behälter zur Aufbewahrung des Petroleums bis zum Weitertransport
mittels Tankeisenbahnwagen oder Tankrollfuhrwerk. Die Größe
der Tanks schwankt zwischen 2500 und 40000 Fässern Inhalt. In
Hamburg ist der Artikel Petroleum mit seinen Abarten in einem
besonderen Hafen untergebracht, der gegen die übrigen Wasser
becken abschließbar ist; es soll bei ausbrechenden Bränden, falls
brennendes Petroleum sich über die Wasserfläche ausdehnt, das
b euer auf einen verhältnismäßig kleinen Raum beschränkt werden,
und die in den übrigen Hafenbecken liegenden Schiffe sollen davor
*) Wo der Schiffsladeraum mehrere große Gefäße für die Aufnahme des Petro-
kums darstellt.
2 ) Jahresbericht der Verwaltungsbehörden für Hamburg, Deputation für Handel
«nd Schiffahrt 1885.
3 ) cf. van Ijsselsteyn, a. a. O. S. 108.