Full text: Der deutsche Zollverein

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durch die sie im Januar des Jahres zu einem greifbaren Resultate 
gelangt waren, die pand gereicht hätten. Aber zunächst schien 
man überhaupt der ganzen Sache müde; Aönig Wilhelm von 
Württemberg reiste um diese Zeit nach Paris; vielleicht hatte er 
dabei politische Ziele im Auge, wenigstens fürchtete inan es in den 
kleineren süddeutschen Staaten. Überdies aber war Württemberg 
mit der Schweiz, wo die Verhältnisse dainals nebenbei bemerkt 
ebenso zerfahren lagen wie in Deutschland, über einen pandels- 
vertrag in Unterhandlungen eingetreten, der gegen Ende des 
Jahres 1826 zum Abschluß gelangte. Württemberg gewährte darin 
der Schweiz, um dort seinein Salze Eingang zu verschaffen, nicht 
unbedeutende Erleichterungen für die Einfuhr ihrer Fabrikate. 
Gleichzeitig hatte auch Bayern seinen Zolltarif einer erneuten 
Durchsicht unterzogen und publizierte den neuen Tarif am 11. De 
zember 1826. Somit waren in beiden Staaten die Vorbedingungen 
wiederum andere geworden. Auch lag Bayern daran, so wichtig 
ihm eine Verständigung mit Württemberg sein mußte, doch noch 
mit anderen Nachbarstaaten Fühlung zu gewinnen, namentlich mit 
Pessen-Darmstadt, da dies das Bindeglied nach der bayrischen 
Pfalz darstellte. Die Pfälzer aber verlangten bei ihrer geographischen 
Lage und weitergeschrittenen industriellen Entwickelung dringend 
nach einer Regelung der Pandelsverhältnisse. Übrigens war der 
obenerwähnte Zollvertrag zwischen Baden und Pessen-Darmstadt 
schon im perbste des Jahres 1825 wieder aus dem Leime ge 
gangen, und die Möglichkeit einer Verständigung lag vor. 
Zudem war am 13. Oktober 1825 ein Thronwechsel in 
Bayern eingetreten: an Stelle Maximilians I. war sein Sohn 
Ludwig I. gekommen. Gerade hieran aber knüpften sich die poff- 
nungen auf Fortschritt, sowohl in nationaler, als in wirtschaftlicher 
Beziehung. Denn die nationaldeutsche Gesinnung Ludwigs war 
schon zu seiner Aronprinzenzeit mehrfach hervorgetreten und man 
wußte, daß er ebenso wie für die Aünste und Wissenschaften auch 
für die Fragen des Verkehrs ein offenes Verständnis hatte. Er 
war u. a. bei einen: Besuche des Herzogs von Nassau in Biebrich
	        
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