Full text : Der deutsche Zollverein

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geholt,  der  dann  auch  in  die  richtige  Aerbe  traf.  Der  bayrischpreußische ­
  Vertrag  hatte  natürlich  nur  dann  volle  Entwickelungsfähigkeit, ­
  wenn  die  beiden  Zollgebiete  miteinander  in  engen  Verkehr
treten  konnten.  Dies  vermochten  aber  die  Mittel-Vereinsstaaten
durch  dieschon  in  Aussichtgenommenen  „Retorsionen",  namentlich  durch
Zollsperrung  ihrer  Straßen  recht  wohl  zu  verhindern.  Ehe  noch
der  Vertrag  mit  Bayern-Württemberg  abgeschlossen  war,  trat  darum
Motz  mit  den  herzögen  von  Meiningen  und  Gotha  insgeheim  in
Verbindung.  Indem  er  in  schmeichlerischer  Weise  die  Wichtigkeit
der  beiden  Gebiete  für  den  Verkehr  Südeuropas  mit  den  nordischen
Meeren  hervorhob,  machte  er  auf  den  jener  Wichtigkeit  Abbruch
tuenden  Mangel  an  guten  Verbindungsstraßen  aufmerksam,  ein
Mangel,  der  von  den  beiden  herzögen  zwar  wohl  längst  bitter
empfunden  worden,  aber  wegen  Mangels  an  Geld  nicht  abzustellen
gewesen  war.  Der  Herzog  Ernst  kam  in  dieser  Angelegenheit
selbst  nach  Berlin.  Und  hier  wurde  nun  am  3.  Juli  1829  mit
Meiningen  und  am  Juli  mit  Gotha  ein  Vertrag  abgeschlossen,
„um  die  Hindernisse  zu  beseitigen,  die  vorzüglich  durch  örtliche
Verhältnisse  dem  Handel  und  gewerblichen  Verkehr  entgegenstehen."
Die  drei  Staaten  verpflichteten  sich  hierdurch  gemeinsam  —  d.  h.
Preußen  schoß  das  Geld  vor  —  einen  großen  Straßenzug  zu
bauen  von  Langensalza  über  Gotha  nach  Zella;  dort  sollte  sich
die  Straße  teilen  und  die  eine  über  Meiningen  nach  Würzburg,
die  andere  über  Suhl,  Hildburghausen,  Eoburg,  Lichtenfels  nach
Bamberg  führen.  Auf  diesen  neuen  Straßen  —  und  das  war
die  Hauptsache  —  sollte  der  gesamte  Durchfuhrhandel  frei  sein.
Dazu  wurden  mehrfache  gegenseitige  Zollerleichterungen  gewährt
und  freier  nachbarlicher  verkehr  zwischen  Meiningen,  Gotha  und
den  in  den  Herzogtümern  liegenden  preußischen  Enklaven  vereinbart.
Zugleich  hatte  Preußen  mit  Mecklenburg  auf  ähnlicher  Grundlage  den
Bau  einer  neuen  Aunststraße  von  Hamburg  nach  Magdeburg
verabredet.
Diese  Nachrichten  wirkten  in  Rassel  wie  ein  vernichtender
Blitzschlag.  Mas  half  es,  daß  man  über  die  Abtrünnigkeit
            
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