demütigende Erfahrung gemacht, daß ein der französischen Regierung
vorgeschlagener Handelsvertrag den Kammern gar nicht einmal
vorgelegt worden war. Preußen antwortete zwar auf die naffauifche
Versicherung, „daß es keinen sehnlicheren Wunsch hege, als in den
deutschen Zollverein ausgenommen zu werden", umgehend am
23. Oktober 1834 mit einer Zusage, und im Februar 1835 erschien
ein nassauischer Bevollmächtigter in Berlin. Aber die badischen
Verhandlungen drängten sich dazwischen, so daß der Vertrag erst
am 10. Dezember 1835 fertig gestellt war. Auch hier hatte
Württemberg Einsprüche erhoben, dann aber zurückgezogen. Diese
weiteren Triumphe des von ihm begonnenen Systems hat Maaßen
nicht mit erlebt. Der verdiente Mann starb am 2. November
1834 zu Berlin, ohne einen seiner und seines Vorgängers würdigen
Nachfolger zu hinterlassen.
Wenn sich auch Hannover, Braunschweig, Oldenburg, die
Mecklenburgs noch lange Jahre von dem Vereine fern hielten,
so stellte dieser doch ein Achtung gebietendes kompaktes Ganze
'l! von 8252 Tuadratmeilen dar, das über 2Z4 Millionen Deutsche
umfaßte. Es war doch, wie einst Motz prophezeit hatte, der
Anfang und zwar ein stattlicher Ansang eines von innen und
außen festen und freien Deutschlands unter dem Schirm und
Schutze Preußens. In richtiger Erkenntnis der Lage sang
Possmann von Fallersleben in einem seiner „Unpolitischen Gedichte"
(pamburg 1830), nachdem er alle die im Zolltarif genannten
Gegenstände in scherzhafter Weise in Reime gebracht hatte:
Und ihr andern deutschen Sachen,
Tausend Dank sei euch gebracht:
Was kein Geist je konnte machen,
Ti, das habet ihr gemacht;
Denn ihr habt ein Band gewunden
Um das deutsche Vaterland,
Und die kserzen hat verbunden
Mehr als unser Bund dies Band. —
Es ist noch abschließend zu bemerken, daß selbständige Mit
glieder nicht mehr beitraten bis zu dem später zu erwähnenden An-
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