Full text: Der deutsche Zollverein

ausging. Als nun über die Erneuerung dieses Vertrages Ver 
handlungen schwebten, betonten die Braunschweiger als ihre Paupt- 
bedingung die Legung der beabsichtigten neuen Straße von Hamburg 
nach Magdeburg durch ihr Gebiet, wie auch noch einige andere 
bessere Straßenverbindungen in Anregung gebracht wurden. Die 
hannöverschen Bevollmächtigten sicherten dies auch in zwei 
Protokollen zu, denen aber dann der neue Aönig von Hannover 
Ernst August die Genehmigung, entsprechend der ihm eigentümlichen 
Launenhaftigkeit, verweigerte. Das geschah im März 1841. Alsbald 
erklärte Braunschweig für den 1. Januar 1842 seinen Austritt aus 
dem Steuerverein und meldete sich in Berlin für den Zoll 
verein an. Schon im Mai hatten die beteiligten Staaten ihre 
Zustimmung erklärt, und am 19. Oktober 1841 war der Vertrag 
unter den üblichen Bedingungen unterzeichnet; Braunschweig trat 
also als erstes selbständiges Mitglied in den mit dern 1. Januar 1842 
sich erneuernden Zollverein ein. 
Die Priorität hätte allerdings Lippe-Detmold gehabt, das 
schon tags vorher, am 18. Oktober 1841 seinen Vertrag mit Preußen 
unterzeichnet hatte: aber es erhielt nicht das Recht selbständiger 
Mitgliedschaft. Durch dessen Beitritt aber ermöglichte sich unter 
gleichen Bedingungen ain 18. November die Aufnahme der bisher 
vom Zollvereine ihrer Lage wegen ausgeschlossenen kurhessischen 
Grafschaft Schaumburg, die man in der Regel als zum Steuer- 
verein gehörig mit aufzählt. 
Schon im Frühjahr 1839 hatte die niederländische Regierung 
in Berlin vertraulich anfragen lassen, ob man nicht den nach dem 
Londoner Protokoll vom 9. April 1839 bei Polland verbliebenen 
Teil des Großherzogtuins Luxemburg, der ja noch immer als 
Teil des deutschen Bundes figurierte — der westliche und größere 
Teil, die Grafschaft Arlon und das Herzogtum Bouillon war an 
das neue Königreich Belgien gekommen — in den Zollverein auf 
nehmen wolle. Gegenvorstellungen, die aus den Kreisen der rhein- 
provinzlichen Lederfabrikanten auf das Verlautbaren dieses An- 
trags bei der preußischen Regierung erhoben wurden, vor allem 
70
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.