Full text : Versicherung und Wirtschaft

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sie  dem  Sinn  nach  wirtschaftlicher  Natur  und  kein  Spiel  zu
sein  brauchen,  doch  insoweit  keine  Versicherungen,  als  sie  die
Garantie  nicht  durch  die  Vereinigung  der  Versicherten  selbst
bieten.
Da  es  möglich  ist,  daß  unter  besonders  günstigen  Verhältnissen ­
  sich  für  eine  Wirtschaft  die  Bereitstellung  durch  Sparen
trotzdem  als  ökonomisch  erweist,  so  liegt  es  nahe,  diese  eigene
Deckung  als  sogenannte  Selb  st  Versicherung  zur  Versicherung ­
  zu  rechnen.  Eine  solche  eigene  Deckung  aber,  „die  Nückstellung
  von  Deckungsmitteln  einer  Einzelwirtschaft  für  den
durch  einen  drohenden  Verlust  ihr  selbst  erwachsenden  Vermögensbedarf" ­
  115 )  will  die  Sicherung  ökonomischer  bewerkstelligen ­
  als  durch  Versicherung,  da  die  aufzuwendenden  Prämien
gegenüber  den  zu  erwartenden  Ersatzleistungen  zu  groh  sein
würden;  gleichwohl  aber  ist  eine  solche  Eigendeckung  keine  Versicherung. ­
  „Die  Selbstversicherung  nimmt  der  Einzelwirtschaft
das  Risiko,  ihr  Sparziel  zu  spät  zu  erreichen,  nicht  ab,  und  das
Einkommen  bleibt  abhängig  von  den  Ansprüchen  des  ungewissen
Bedarfs." 116 )  Versicherung  i  st  er  st  dann  vorhanden,
wenn  ein  solches  Sparen  in  einer  Gemeinschaft
erfolgt,  welche  den  Zufall  in  der  Weise  ausnützen ­
  kann,  daß  eine  Verbilligung  der  Bereitstellung ­
  zugleich  mit  einer  Sicherheit  der  Bereitstellung ­
  verbunden  ist.
2.  Wenn  man  daher  die  Versicherung  als  ein  gemeinschaftliches ­
  Sparunternehmen  bezeichnet  hat,"Z
so  ist  dies  jedoch  nur  im  volkswirtschaftlichen  Sinn  zu  verstehen.
Privatwirtschaftlich  dagegen  bedeutet  die  Versicherung  nicht  ein
ns)  Wörner  a,  a.  9.  S.  23.
n6 )  Fischer  a.  a  O.  S.  21.
m )  Predöhl,  Begriff  und  Wesen  des  Lebensversicherungsvertrages
(Zeitschr.  f.  d.  g  Landelsrecht,  Stuttgart  1875)  S.  465ff.;  Leuckfeld,
Die  Theorie  der  Versicherung  in  der  deutschen  Wiffenschaft  (Zeitschr.  f.
d.  g.  Versich.-Wissenschaft,  Berlin  1901)  S.  237  f.  und  insbesondere
Conrad  a.  a.  O.  Bd.  II  S.  533f.;  auch  Wagner  (a.  a.  9.  S.  958f.,
S.  1009  §  36)  hat  die  Ähnlichkeit  mit  der  Sparkasseneinrichtung,  aber
auch  ihren  Unterschied  hervorgehoben.
            
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