Full text : Versicherung und Wirtschaft

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Sparen;  die  Prämie  ist  vielmehr  ein  Aufwand,  der  zur  Erzielung ­
  eines  Einkommens  geopfert  wird.  Auch  wenn  Viele  gemeinschaftlich ­
  sparen,  so  sind  die  Spareinlagen  doch  keine  Prämien,
da  sie  unter  allen  Umständen  wieder  in  das  Vermögen  des
Einzahlers  zurückkehren.  Wenn  die  Einzahlungen  die  Natur
von  Spareinlagen  verlieren,  wenn  sie  als  Entgelt  anzusehen
sind  für  den  Kauf  einer  Sicherheit  und  deshalb  für  die  Wirtschaft ­
  nur  in  Gestalt  der  Gegenleistung,  also  unter  Umständen
überhaupt  nicht  wieder  in  das  Vermögen  zurückkehren,  dann
erst  ist  es  eine  Versicherung.  Mit  der  Sparkasseneinlage  wird
ein  im  Augenblick  verfügbarer  Teil  des  Einkommens  für  einen
späteren  Augenblick  verfügbar  gemacht.  Die  Versicherungsprämie ­
  ist  begrifflich  nicht  unbedingt  ein  erübrigtes  Einkommen,
vielmehr  bedeutet  sie  oft  z.  B.  in  den  Fällen  der  Kapitaleinzahlung ­
  durch  einmalige  Prämie,  die  doch  als  Typus  der  Versicherung ­
  gelten  müssen,  einfach  eine  Hingabe  eines  Vermögensteils. ­
  Mithin  bedeutet  die  Versicherungsprämie  privatwirtschaftlich ­
  kein  Sparen,  sondern  einen  Aufwand  im  wirtschaftlichen  Erwerb. ­
  118 )
Faßt  man  aber  die  volkswirtschaftliche  Funktion  der  Versicherung ­
  ins  Auge,  und  um  diese  handelt  es  sich  vornehmlich,
so  erscheint  die  Versicherung  trotzdem  als  ein  gemeinschaftliches
Sparen,  denn  das  Zufällige  gilt  nur  für  den  Einzelnen,  für
den  mit  der  Ausnutzung  des  Zufalls  der  Begriff  des  Sparens
entfällt.  Die  Vereinigung  hat  den  Zufall  zu  überwinden,  deshalb ­
  erscheint  die  wirtschaftliche  Einrichtung  in  ihrer  Gesamtheit
selbst  als  eine  Ersparung.  Ihre  Bedeutung  liegt  gerade  darin,
daß  das  llnökonomische  der  Ersparung  beseitigt  wird.  Wenn  sie
dies  nun  in  einer  Vereinigung  vermag,  bei  der  für  den  Einzelnen ­
  die  Versicherung  die  Bedeutung  einer  Ersparung  verliert,

118 )  Der  ungeeignete  Name  „Prämienreserve"  kann  daher  nicht  gut
durch  das  Wort  „Prämiensparbeträge"  ersetzt  werden.  Man  wird  nur
von  einer  technischen  Funktion,  von  einer  sogenannten  Sparprämie
sprechen  und  mit  Loewy  (Versicherungsmathematik  S.  l  t  3)  die  Prämienreserve, ­
  „eine  auf  mathematischer  Schätzung  beruhende  Rücklage  der
Versicherungsanstalt",  einfach  als  „Deckungskapital"  bezeichnen  können.
            
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