Full text: Versicherung und Wirtschaft

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auch für eine beliebige andere Eventualität in Aussicht genom 
men wird. Die Versicherung aber erreicht infolge ihrer Eigen 
art die Ausgleichung der Ungewißheit dadurch, daß ein geringe 
rer Aufwand als bei der Bereitstellung durch Sparen gemacht 
wird. Diese Verringerung des Aufwands ist ökonomisch so be 
deutsam, daß demgegenüber der Verlust, die absolute Über 
deckung nicht mehr in Betracht komint. Es ist wirtschaftlich un 
vorteilhafter, die ganze Summe bereit zu stellen und sie so 
jedenfalls der Wirtschaft zu erhalten, aber den Verlust des Nutz 
effektes dieses Eütervorrats zu riskieren, als eine verhältnis 
mäßig nur geringe Summe ganz aufs Spiel zu setzen. Damit 
ist aber auch die Grenzlinie gegen die Spartätigkeit erreicht. 
Sobald die als Einsatz geopferte Summe sich der als Einlage 
bereitzustellenden Summe so sehr nähert, daß der Wert des 
Opfers gegenüber dem Risiko des Verlustes, des Nutzeffekts 
der Einlage zu groß erscheint, so würde die Versicherung leinen 
Sinn haben. Ein solches Geschäft taun daher nur so abge 
schlossen werden, daß das Opfer unbedingt zurückgegeben wird: 
als Erlebensversicherung mit Prämienrückgewähr. Dann bedeu 
tet es aber nichts weiter als ein Sparkassengeschäft. Die Er 
lebensversicherung mit Prämienrückgewähr ist im wirtschaftlichen 
Sinn keine Versicherung. 
Kapitel 3. 
8 14. 
Die Bestimmung des Begriffs der Versicherung. 
I. Fassen wir nun die Ergebnisse dieser Untersuchung zusam 
men, so erscheint der Begriff der Versicherung, wie er für die 
Volkswirtschaftslehre in Betracht kommt, in einem neuen Lichte. 
Wenn Hupka*^) schreibt: „Der gemeinsame und charakteristi 
sche Zweck aller Versicherungen ist aber nicht, wie bisher gelehrt 
worden, die Vorsorge für die nachteiligen Folgen bestimmter 
124 ) a. a. O. S. 569, 572.
	        
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