— so —
(20 Prozent von 500.000 Mt.) der Profit des Kapitals. Die 10 VOO Paar
Schuhe müssen also um 200.000 Mk. (100.000 Mk. Kosten und 100.000 Mk.
Prosit) verkauft werden, das Paar Schuhe kostet also 20 Mk."
„Da hört aber doch alles auf", rief Wilhelm ganz aufgebracht dazwischen.
„Das ist doch ganz genau die Rechnung, die ich früher einmal
ausgestellt habe. Damals war sie natürlich falsch. Heute ist ste aus einmal
richtig! Da hätten wir uns wirklich die ganze Herumrederei _ über
ben Wert ersparen können. Damals habe ich doch auch gesagt, baß ber
Preis einer Ware sich aus den Kosten und dem Kapitalprosit zusammensetzt
und jetzt sagst du genau dasselbe." „
„Na, diesen Einwand habe ich schon vorausgesehen, erwiderte im
lachend, „und deshalb habe ich die Nunimer der „Arbeiter-Jugend vom
3. September 1910 gleich mitgebracht; denn dort steht unser ganzes Gespräch
von damals, drinnen, und da können wir ja jetzt sehen, ob die
Einwände, die wir damals gegen deine Rechnung erhoben haben, auch
auf meine Rechnung zutreffen oder ob sie vielleicht überhaupt falsch waren.
Eifrig machten sich nun meine beiden Freunde über den Artikel her,
den sie ausmerksain durchstudierten^). Als sie fertig waren, ivandte sich Karl
an mich und sagte: r , .. ...
„Es ist doch recht praktisch, daß du unsere Gespräche m die Zeitung
bringst. Sonst hätten wir uns das doch nicht so genau gemerkt, -o sehen
wir aber, daß der Haupteinwand gegen Wilhelms Rechnung damals war.
daß er die Höhe des Profits nicht erklären konnte. Heute aber wissen wir,
woher diese rührt, und so trift dieser Einwand, der damals ferne Rechnung
umwarf, auf deine Rechnung nicht zu." , m . *
„Das gebe ich zu," ergänzte Wilhelm zögernd, „aber em $ dienten
bleibt doch. Der zweite Einwand, den du damals erhobst, war der, dass
ich den Preis eines Anzuges zum Beispiel aus den Preisen des «tosses,
ber Maschinenabnutzung, aus ben Löhnen u. s. w. zusammensetzte, nur
deine Rechnung stimmt das aber doch auch." ^ , ,
„Ja, aber der Einwand war doch damals eben der, wars Karl dazwischen,
„daß wir nicht angeben konnten, woher denn der Wert all dreier
Dinge kommt, heute wissen wir aber, daß es die Arbeit ist, dre rhnen und
damit auch dem Produkt, das aus ihnen hergestellt^ wird, den Wert verleiht
und daher auch den Preis bestimmt. Wenn man dre Wertrechnung
nicht versteht, kann man natürlich die Preisrechnung erst recht nicht begreifen.
Das ist wirklich geradeso, wie man unsere komplizierten Maschinen
nicht verstehen kann, wenn man nicht zuerst dre einfacheren begriffen hat,
aus denen sie- hervorgegangen find." „ . r v m , •>*
„Und dasselbe zeigt euch auch", ergänzte ich, „das Beispiel voin Flugapparat,
das wir vorhin besprochen haben. Das Fliegen scheint des Gesetzes
der Schwere zu spotten, und doch ist der Flugapparat erst zu verstehen,
wenn man sich mit jenem Gesetz sehr genau vertraut gemacht hat."
Frauen- und Kinderarbeit.
„Das wäre ja alles soweit ganz schön und interessant", begann Wilhelm,
als wir uns das nächstemal trafen, „was wir jetzt alles iiber Wert,
Preis und Profit erfahren haben; aber leider sind wir doch keine Kapitalisten
und da werden wir mit dieser Wissenschaft nicht viel anfangen können."
*) Siehe Seite 26, Absatz 1.