Full text : Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Reis.  Vesperbrot  (4  Uhr  nachmittags):  wie  beim  Frühstück.
Abendbrot  (8  Uhr  abends):  Kartoffeln  oder  eine  Mehlspeise,  genannt ­
  Buchweizenkuchen,  eine  Art  Pfannkuchen  aus  dem  Buchweizenmehl, ­
  das  mit  Wasser  und  Salz  zu  Teig  verarbeitet  und  dann  in
der  Pfanne  gebraten  wird.  Dazu  ißt  man  Butterbrot  und  zum
drittenmal  Kaffee,  aber  ohne  Milch.  Mitunter  gibt  es  zum  Abendessen ­
  als  Hauptgericht  einen  Eierkuchen,  eine  Art  Omelette  aus
Weizenmehl,  Milch,  Salz  und  Eiern,  mit  etwas  Butter  in  der  Pfanne
gebraten.
Die  Produkte  des  Schweines  erscheinen  in  den  mannigfachsten
Formen  auf  dem  Tische.  Der  Arbeiter  kauft  Mitte  Juli  ein  Schwein
von  ungefähr  33  kg,  macht  es  fett  und  schlachtet  es  um  Weihnachten; ­
  es  wiegt  dann  ungefähr  105  kg.  Einige  Teile  werden  zu
Bratwurstteig  verarbeitet,  indem  man  5  kg  Mehl  mit  14  kg  feingehacktem ­
  Fleisch  mengt;  man  schneidet  die  Masse  in  Scheiben,
läßt  sie  im  Ofen  5  Std.  backen,  wobei  man  sie  mit  Lake  übergießt,
und  bewahrt  sie  dann  in  der  Wurstkammer  auf.  Ebenso  bereitet
man  2,8  kg  Kotwurst.  Die  4  Schinken  werden  gesalzen  und  geräuchert. ­
  Der  Kopf  wird  zerhackt,  eingesalzen  und  einige  Zeit  an
die  Luft  gehängt;  der  Speck  wird  teils  geräuchert,  teils  zu  Schmalz
ausgelassen.  Der  Rest  des  Fleisches  wird  geräuchert  außer  Ohren,,
Kopf  und  Pfoten,  die  frisch  gegessen  werden.
Außer  Schmalz  und  der  oben  erwähnten  Butter  wird  noch  Rüböl
verwendet  als  Fett,  besonders  als  Zutat  zu  den  Kartoffeln:  um  es
zu  reinigen  und  ihm  den  eigenartigen  bitteren  Geschmack  zu
nehmen,  erhitzt  man  es  stark  und  hält  während  einiger  Zeit  ein
Stück  Brot  hinein.  Dann  tut  man  eine  Zwiebel  und  Mehl  in  das
kochende  Öl  und  dann  die  zuvor  gekochten  Kartoffeln.  Mitunter
gibt  es  eine  bessere  Sauce  zu  den  Kartoffeln,  besonders  zu  den
Pfannkuchen,  indem  man  dem  Öl  eine  gleiche  Menge  Butter  beimengt. ­
  Für  die  Gemüse  verwendet  man  ebenfalls  gereinigtes  Öl,
wenn  kein  Speck  vorhanden  ist,  mitunter  nimmt  man  auch  Rindsfett..
Das  gebräuchlichste  Getränk  ist  der  Kaffee;  während  der  Mahlzeiten ­
  werden  keine  alkoholischen  Getränke  genossen.  Dafür  trinken
aber  die  Arbeiter  nebenher  und  vor  allem  im  Wirtshaus  viel.  Jeder
Arbeiter  trinkt  den  Tag  über  0,14  1  Branntwein'  durchschnittlich;
die  Enthaltsamsten  begnügen  sich  mit  der  Hälfte.
§  10.  Wohnung,  Mobiliar  und  Kleidung.  Die  Familie
bewohnt  ein  Haus,  das  sie  von  einem  Solinger  Kleinkaufmann
gemietet  hat.  Dieses  Haus  hat  im  Erdgeschoß  eine  große  Werk-
            
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