Full text: Konzentrationstendenzen im badischen Bankgewerbe

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neuen Weg ein. Sie wandelte die in Betracht kommende 
Provinzbank nicht sofort in eine ihrer Filialien um, sondern suchte 
sie durch Aktienerwerb oder Aktienaustausch sich anzugliedern. 
Was hierbei besonders ins Auge fällt, dem auf diese Weise an 
gegliederten Institut wird seine äußere Selbständigkeit im 
weitesten Umfange belassen, und nur durch Herstellung einer 
Personalunion in den beiderseitigen Aufsichtsräten, eventuell auch 
nur durch einseitige Bestellung einer oder mehrerer Aufsichtsrat 
stellen, wird der Konnex hergestellt. Hierdurch läßt sich dannäus- 
serlich der Grad der inneren Abhängigkeit erkennen. Ist dieses 
Stadium erreicht, so sucht die Großbank ihren Einfluß auf die 
Geschäftsleitung der Provinzbank auszudehnen und zu stärken. 
So war es auch in diesem Fall. Die Interessensphäre der Ober 
rheinischen Bank, welche sie mit der Mannheimer und Heidel 
berger Industrie eng verknüpfte, mußte erhalten bleiben und 
zugleich nach der Deutschen Bank hinübergreifen. Die Berliner 
Großbank erreichte es auch gleich von Anfang an, einen gra 
vierenden Einfluß auf das Mannheimer Institut sich zu sichern. 
Hierfür spricht auch der Umstand, daß die Oberrheinische Bank 
gewissermaßen als Dankesleistung für die von der Deutschen 
Bank übernommene und garantierte Kapitalserhöhung letzterem 
Institut eine Aufsichtsratstelle überließ, was umgekehrt keines 
wegs der Fall war. Es war der Oberrheinischen Bank jedoch 
gestattet (dies um die Abhängigkeit äußerlich zu verwischen), 
daß eines ihrer Direktionsmitglieder einmal monatlich an den 
Gesamtdirektoriumssitzungen der Berliner Großbank teilnahm, 
was aber keinesfalls einem Äquivalent gleichkam. Durch die 
bezeichnete Aufsichtsratstelle im Mannheimer Institut hatte die 
Deutsche Bank ein Mittel in die Hand bekommen, gegen alle größeren 
Emissions-, Erweiterungs- oder sonstigen Kreditpläne der Ober 
rheinischen Bankdirektion, die etwa ihrem Geiste zuwiderlaufen 
könnten, rechtzeitig ein Veto einzulegen. Weiterhin verdankt 
aber auch die Oberrheinische Bank hauptsächlich diesem Spiri 
tus rector ihre von jetzt ab folgende beträchtliche Entwicklung. 
So verstand es das Berliner Institut, die Oberrheinische Bank 
bei dem energischen Ausbau eines intensiv verzweigten Filial
	        
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