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tungsvollsten war, brachte auch eine überraschende Fülle neu
gegründeter Filialen,
Die Ortenauer Creditbank A.-G. in Offenburg, mit welcher
die Rheinische Creditbank schon seit einer Reihe von Jahren in
Geschäfts-Beziehungen stand, mußte im Frühjahre 1899 liqui
dieren. Sie wurde von dem Mannheimer Institut aufgekauft
und zugleich unter Übernahme ihrer sämtlichen Aktiven und
Passiven und den noch vorhandenen Reserven in eine neue
Filiale in Offenburg umgewandelt. Genau ein Vierteljahr später
wurde die Bankkommandite Kaufmann, Engelhorn & Co, in
Straßburg i/E., ein altrenommiertes Bankhaus, dessen Gründung
in die Zeit des deutsch-französischen Krieges reicht, erworben.
Die beiden persönlich haftenden Gesellschafter derselben wurden
zu Direktoren ihrer gleichzeitig dort eröffneten Filiale ernannt.
Die dritte neue Filiale dieses Jahres wurde in Lahr (Baden)
durch Übernahme der alten Bankfirma: „Lahrer Creditbank Carl
Bader & Co, 11 errichtet, da deren Hauptteilhaber kurz zuvor
gestorben war. Zuletzt gelang es dann dem Institut ihrer in
B.-Baden bestehenden Filiale einen neuen Geschäftszuwachs
dadurch zuzuführen, daß sie das alte dortige Privatbankgeschäft
Strohmeyer übernahm.
Wie in früheren Jahren, so war auch diesmal immer nur
in engster Verbindung mit einer lokalen Expansion oder einer
tatsächlichen intensiveren Erweiterung der Geschäftsorganisation
eine Erhöhung des Aktienkapitals verbunden. Den großen
Fehler, den manches nicht streng solid geleitete Bankinstitut
dadurch begeht, daß nur bei vorübergehenden Hochkonjunkturen
für ein hierzu erhöhtes Betriebskapital Verwendung gesucht
wird, hat die Rheinische Creditbank vermieden. Stets ist bei
ihr die Ausdehnung ihrer Geschäftsbasis einer Kapitalserhöhung
vorausgegangen oder doch gleichzeitig eng anschließend hieran
eingetreten. Dies kann aus der angeschlossenen Tabelle deutlich
ersehen werden.
So bedingten auch die Errichtung der beiden oben er
wähnten neuen Niederlassungen in Straßburg und in Lahr (Baden),