Full text : Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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fungiert. Die italienische Statistik nennt neun derartiger Kassen, von denen die Pensionskasse für Gemeindeschullehrer
 und die Pensions- und Fürsorgekasse für Sanitätspersonal den höchsten Beitragsstand
 erreichen.
VI. Mutter- und Jugendschutz.
Staatsausgaben für Mutter- und Jugendschutz.
I in 1000 Mark Vorkriegskaufkraft !in vH der gesamten Sozialausgaben*)
Vorkriegsetat | Nachkriegsetat | Vorkriegsetat | Nachkriegsetat
Großbritannien?) ....... 12 810 - 1,5
Frankrejeh ........... 37 481 | 27 839 18,6 20,8
Belgien. .........7.. 40 760 | 3.210 3,2 6,0
Ttaliene 184 | 57 0.9 0.1
a. Allgemeines,
Die Jugendfürsorge in den verschiedenen Formen des Mutter- und Jugendschutzes hat seit dem Ausgange
des 19. Jahrhunderts immer mehr die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich gelenkt; sie gilt heute in allen
modernen Staaten als wichtiges Glied der Bevölkerungs- und Sozialpolitik, im besonderen Maße da, wo
die Sorge um den Nachwuchs wie in Frankreich durch das Stagnieren der Bevölkerung verschärft wird.
Man hat daher neben Privaten und Kommunen in wachsendem Umfange den Staat zu finanziellen Beihilfen
 herangezogen, doch gibt auch heute noch der Staatsetat auf diesem Gebiet nur ein unvollständiges
und keineswegs international ohne weiteres vergleichbares Bild.
Das Versicherungsprinzip ist bisher hauptsächlich in der Wochenfürsorge angewandt worden, sei es in
Form einer selbständigen Mutterschaftsversicherung wie in Italien, sei es als Wochenhilfe im Rahmen der
allgemeinen Krankenversicherung wie in Großbritannien und dem französischen Sozialversicherungsentwurf.
 Daneben treten ergänzend verschiedene Fürsorgemaßnahmen wie Kinderbeihilfen, Wochenunterstützung,
 Einrichtung von Wöchnerinnenheimen, Krippen, Milchküchen usw. Im internationalen Vergleich
 steht Frankreich sowohl nach der absoluten Höhe der Staatsaufwendungen als nach deren Bedeutung
innerhalb des gesamten Sozialetats bei weitem an der Spitze der vier Länder, Großbritannien und Belgien
zeigen nach dem Kriege eine starke Entwicklung der Staatsaufwendungen, während Italien seine Mutterschaftsversicherung,
 die es schon seit 1910 besitzt, vorwiegend aus Beiträgen finanziert.
b. Großbritannien.
Staatsausgaben für Mutter- und Jugendschutz.
1912/13 1925/26
Original- Vorkriegsziffern
 kaufkraft
in 1000 £
Wochenhilf ee HK NEL EEE m ; ;
Überweisungen auf Grund des Maternity and Child Welfare Act 1.026 604
Schutzaufsicht über gefährdete Jugendliche .............. . 40 23
Insgesamt.... ; 1.066 627
f Großbritanniens umfassendste Maßnahme auf dem Gebiet des Mutter- und Jugendschutzes ist die
Gewährung der Wochenhilfe innerhalb der Kranken- und Invalidenversicherung. Ihre Kosten ließen
sich nicht aussondern und sind oben auf Seite 313 f.) mitbehandelt.
Im Gegensatz zu dieser Mutterschaftsversicherung baut der Maternity and Child Welfare Act von 1918
auf dem Fürsorgeprinzip auf. Die gesetzlichen Leistungen umfassen ärztliche Aufsicht über Mütter und
Säuglinge durch besondere Beamte, die häufig in Verbindung mit der ärztlichen Schulinspektion stehen;
ferner Bereitstellung von Mütter- und Säuglingsheimen, Krippen, Säuglingsberatungsstellen sowie Gewährung
 von Lebensmitteln und Hausunterstützung, Dazu kommt der Dienst von Ärzten und besonders
ausgebildeten Hebammen. Die Ausführung liegt bei den Lokalbehörden und bei Privatorganisationen
( Vohunbary Agencies). ‚Der Staat schießt den Lokalbehörden 50 vH ihrer genehmigten Nettoausgaben
zu; die TEEN erhalten als Staatszuschuß 50 vH ihrer Nettoausgaben abzüglich ihrer Einnahmen
 aus Gebühren und aus Zuschüssen der Lokalbehörden. 1924/25 betrug der gesamte Staatszuschuß
773 000 £; day on entfielen 593 000 £ auf die Lokalbehörden und 180 000 £ auf die Privatorganisationen.
Im Etat 1925/26 ist der Staatszuschuß auf insgesamt 1.026 000 £ gestiegen.
1) Ohne Beihilfen bei Naturkatastrophen.
2) Ohne die in der Krankenversicherung enthaltenen Ausgaben für Wochenhilfe

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