Full text : München als Industriestadt

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höheren  Gerstenpreise  und  vermehrten  Unkosten  in  den  erhöhten ­
  Gewinnziffern  nicht  sichtbar  wurden.
Die  Biereinfuhr  (einschließlich  geringer  Mengen  „Weißbier“, ­
  d.  i.  Weizenbier),  die  seit  Jahren  stets  zugenommen
hat,  ist  im  Jahre  1911  zurückgegangen  und  weist  nur  mehr
23,404  Hektoliter  gegen  27,152  Hektoliter  im  Jahre  1910  auf.
Die  Bierausfuhr  ist  von  Jahr  zu  Jahr  im  Wachsen  begriffen ­
  und  betrug  im  Jahre  1911  1  806  630  Hektoliter,  ausschließlich ­
  des  nach  bayerischen  Orten  ausgeführten  Flaschenbieres, ­
  dessen  Menge  nicht  bekannt  ist.
Auf  den  Kopf  berechnet  treffen  im  letzten  Jahre  320  Liter
(gegen  310  Liter  im  Vorjahre)  bei  einer  mittleren  Einwohnerzahl ­
  von  604  000.  Die  Höchstziffer  ward  im  Jahre  1889  erreicht ­
  mit  525  Liter  (alte  Berechnung),  während  die  niedrigste
Ziffer  das  Jahr  1909  mit  255  Liter  ausweist.  Bei  der  Berechnung ­
  des  Bierverbrauches  ist  jedoch  zu  bedenken,  daß
man  nicht  genau  feststellen  kann,  wieviel  auf  den  Ortsansässigen
trifft,  denn  der  von  Jahr  zu  Jahr  größer  werdende  Fremdenverkehr ­
  bringt  immer  zahlreichere  Konsumenten  nach  München.
Infolge  der  erwähnten  Konzentration  des  Bierexportes  in
Händen  weniger  Großbrauereien  und  infolge  des  Ausfalles  im
Exportverkehr  bei  den  anderen  Brauereien,  mußte  naturgemäß
eine  bedeutende  Verschärfung  der  Konkurrenzverhältnisse  im
Lokalverkehr  eintreten,  da  man  unter  die  einmal  erreichte  Höhe
der  Biererzeugung  nicht  heruntersinken  wollte.  Man  sucht  sich
den  bestehenden  Absatz  zu  sichern  dadurch,  daß  man  verschiedene ­
  Anwesen  durch  Kauf  erwirbt,  in  denen  Bier  ausgeschenkt
wird  oder  daß  man  den  Wirten  Darlehen  in  einer  Höhe  gewährt, ­
  die  durch  den  Bierverbrauch  der  Wirte  durchaus  nicht
gerechtfertigt  erscheinen.  Außerdem  sieht  sich  die  Brauerei
stets  veranlaßt,  das  Mobiliar,  wie  Tische,  Stühle,  Eiskisten
und  Trinkgeschirre,  zu  stellen  und  dazu  noch  dem  Wirte  einen
Kredit  zuzubilligen.  Ein  solcher  Wirt  bekommt  z.  B.  30  000
Mark  als  Darlehen,  das  ihm  überlassene  Inventar  hat  einen
Wert  von  2000  Mark  und  der  ihm  gewährte  Kredit  in  Gestalt ­
  von  geliefertem  Bier  beläuft  sich  auf  1500  Mark.
Für  das  Inventar  gibt  es  keine  Amortisation,  die  Verzinsung ­
  des  Darlehens  geschieht  mit  nur  4  pro  Hundert  und  die
            
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