besteht; namentlich deshalb nicht, weil die Dauer des Arbeitsund
Dienstverhältnisses bei den Brauarbeitern ein sehr lang
andauerndes ist und der im Dienst stehende Brauer seinen
Posten nicht freiwillig wieder aufgibt. Die Zahl, der in Münchener
Betrieben beschäftigten Brauer beträgt insgesamt etwa
2000—2200 je nach Jahreszeit und Geschäftsgang.
Die „Jos. Sedlmayr Brauerei zum Franziskaner-Leistbräu,
A--G-“ beschäftigt als eine der größten Brauereien Deutschlands
im Durchschnitt allein stets 450—500 Personen, welche
Zahl nur noch von der Löwenbrauerei München A.-G. mit
etwa 900 Arbeitern übertroffen wird. Jede der Münchener
Brauereien hat aufs beste für das Wohl der Arbeiter gesorgt.
Große helle Speisesäle und Schlafräume wurden getrennt von
den Trockenräumen der Betriebe errichtet. Die Anlage besonderer
Ankleide- und Waschräume war meist vorausgegangen.
Außerdem besitzen mehrere Großbrauereien auf ihre
eigenen Kosten Pensionskassen für sämtliche Arbeiter, aus
denen an dienstunfähige und pensionierte Arbeiter wie an
Hinterbliebene von Arbeitern jährlich große Summen gezahlt
werden.
Die bedeutende Vervollkommnung des Maschinenwesens,
die sich in der Industrie und Landwirtschaft allgemein geltend
gemacht hat, ist demnach auch nicht ohne Einfluß auf das
Braugewerbe geblieben, die Entwicklung der Technik hat auf
diesem Gebiete nicht nur eine Erhöhung der Erzeugung, sondern
auch eine Verbesserung der Qualität zur Folge gehabt,
ein Umstand, für den die Geschichte der Münchener Brauindustrie
typisch geworden ist.
Heute nimmt München auf dem Gebiete des Brauereigewerbes
zweifelsohne den ersten Platz auf dem europäischen
Festlande ein. Nicht nur der Umfang, sondern auch die Beschaffenheit
der Erzeugung haben dem Münchener Braugewerbe
den glänzenden Namen verschafft, dessen es sich heute
erfreut und nicht allein das Inland, nicht nur Europa, sondern
die ganze Welt erscheint heute als Absatzgebiet für das Münchener
Bier.
Wenngleich auch in den letzten Jahren im Auslande viele
Brauereien entstanden sind, die es sich sehr angelegen sein