Full text : München als Industriestadt

Ordensmönchen  angelegt  wurden.  Sie  bergen  die  „Salvatorquelle“, ­
  ein  kristallklares  Bächlein,  das  aus  dem  50  Meter
langen  Stollen  in  dem  Quellsee  sich  sammelt  und  von  dort
aus  mittelst  Doppelpumpe  nach  den  verschiedenen  Betriebsabteilungen ­
  geleitet  wird.  Diese  Quelle,  deren  Ursprung,  man
auf  den  bei  Pullach,  in  der  Nähe  Münchens,  verschwindenden
Hachingerbach  zurückführt,  ist  so  ergiebig,  daß  man  die  beiden
Vorstädte  Au  und  Giesing  mit  Wasser  vollständig  versorgen
könnte.
Der  außerordentliche  Aufschwung  der  Brauereien  hat
naturgemäß  dem  gesamten  Braugewerbe  eine  erhöhte  volkswirtschaftliche ­
  Bedeutung  verliehen.  Nach  der  staatswirtschaftlichen ­
  Seite  hin  erwähnen  wir  nur  die  unumstößliche  Tatsache, ­
  daß  der  steigende  Ertrag  des  Malzsteuer-  und  Biersteueraufschlags ­
  belebend  auf  das  gesamte  Steuer-  und  Staatsschuldenwesen ­
  eingewirkt  hat.  Andererseits  ist  nicht  zu  verkennen, ­
  daß  das  Brauwesen  bedeutende  Massen  von  Kapitalien ­
  in  den  Verkehr  gebracht  hat  und  wegen  des  stets  sich
steigernden  Materialbedarfs  in  gesunder  Rückwirkung  auf  die
Landwirtschaft  einen  wohltätigen  Einfluß  auf  dieselbe  ausübt.
Große  Summen,  nahezu  50  Millionen,  geben  die  Münchener
Brauereien  jährlich  für  die  zu  verarbeitenden  Braustoffe,  für
Malz,  Gerste  und  Hopfen  aus  und  der  Wert,  welcher  der
heimischen  Landwirtschaft  zurückgegeben  wird  in  Gestalt  der
für  diese  noch  nutzbaren  Abfallstoffe  und  Nebenprodukte,  beträgt ­
  etwa  6—7  Millionen  Mark.  Kein  anderer  Produktionszweig ­
  weist  so  wertvolle  Beziehungen  zur  Landwirtschaft  auf;
ähnlich  wie  auf  diese  begann  auch  die  Bedeutung  der  Münchener ­
  Brauereien  seit  Mitte  des  Jahrhunderts  sich  auf  die
von  ihr  benötigten  Hilfsindustrien  geltend  zu  machen,  deren
Anfänge  vielfach  aus  dieser  Zeit  stammen.  Dies  gilt  neben
den  Faßfabriken  namentlich  von  der  gewerblichen  Malzfabrikation, ­
  die  heute  noch  von  Wichtigkeit  ist,  wenngleich  hier
eine  Konzentrationsbestrebung  der  Brauerei  eingesetzt  hat,  die
es  erreichte,  daß  heute  die  Münchener  Großbrauereien  ihr
Malz  zum  größten  Teile  in  eigener  Mälzerei  herstellen.
Dies  alles  spricht  deutlich  für  die  große  volkswirtschaftliche ­
  Bedeutung  des  Münchener  Brauwesens  und  es  spiegelt
            
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