Full text : München als Industriestadt

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Wert  der  großen  Wagen,  besonders  der  Güterwagen  fordert
diese  großen  Räumlichkeiten,  da  man  gezwungen  ist,  mehrere
zu  gleicher  Zeit  aufzustellen.  Um  pro  Woche  15—20  Güterwagen ­
  herstellen  zu  können,  bedarf  man  ungefähr  600  m  gedeckter ­
  Gleislänge,  was  etwa  einer  Werkstätte  von  3 1 / 2  Tausend
Quadratmetern  =  1  Tagewerk  entspricht.  .Heute  hat  die  Firma
ungefähr  2  Hektar  Werkstätten  ohne  Magazin,  Holzschuppen
und  Büroräumlichkeiten.  Trotzdem  wacht  die  Betriebsleitung
noch  mit  äußerster  Sorgfalt  darüber,  daß  eine  Arbeit  nicht
lange  in  den  Werkstätten  bleibt,  sondern  so  rasch  wie  möglich
fertig  gestellt  wird,  um  anderer  Arbeit  zu  weichen.  Heute  umfaßt ­
  die  Gesamtanlage  einen  Flächenraum  von  27  Tagewerk
=  9  Hektar.  Die  Einteilung  der  Neuanlage  zeigt  für  jede
Sparte  eine  eigene  Halle,  zwischen  denen  der  Verkehr  durch
Gleise,  Schiebebühnen  etc.  bewerkstelligt  wird.  Spezialisation
der  Arbeit  und  Arbeitsteilung  sind  die  leitenden  Prinzipien.  Das
Werk  ist  in  Moosach  an  das  Bahngleise  nach  Münchens  Hauptbahnhof
  angeschlossen.  Seit  der  Verlegung  des  Betriebes  nach
diesem  Vorort,  die  von  1907—1911  dauerte,  hat  sich  die  Firma
zu  einer  Aktiengesellschaft  unter  Beibehaltung  des  alten  Namens
umgewandelt.
Während  einer  Reihe  von  Jahren  setzt  die  Firma  Dreiviertel
ihrer  Gesamtproduktion  in  Bayern,  speziell  in  München  selbst
ab;  für  Bayern  kommen  namentlich  Eisenbahnwagen  und  -Waggons, ­
  für  München  die  Lieferung  von  Straßenbahnwagen  in
[Betracht.  Die  Militärfahrzeugherstellung  liegt  jeweils  in  einer
Umbewaffnung  der  Armee  begründet  und  ist  für  momentanen
Bedarf  vorbereitet.  Der  Export  ist  unbedeutend,  was  lediglich
auf  die  ungünstige  Lage  Münchens  zurückzuführen  ist.  Die
doppelte  Fracht  der  Materialien  einmal  aus  dem  Rohmateriallager ­
  zur  Verwertungsstätte  und  von  hier  in  Gestalt  des  Fertigproduktes ­
  nach  dem  Ausfuhrhafen  erschwert  die  Konkurrenz
ungeheuer.  Für  eine  Tonne  Rohmaterial  von  Westfalen  nach
München  zahlt  die  Firma  24  Mark,  während  eine  Konkurrenzfirma ­
  in  Riga  infolge  der  billigeren  Wasserfracht  von  der  gleichen
Abfuhrstelle  nur  12  Mark  Frachtkosten  pro  Tonne  Material
tragen  muß  und  so  das  Rohmaterial  schon  um  die  Hälfte  billiger ­
  bezieht,  wie  das  örtlich  näher  gelegene  München.  Für
Fritz,  München  als  Industriestadt.  8
            
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