111
sind organisiert und gehören dem Deutschen Metallarbeiter
verband an. Die Firma selbst kümmert sich um die Organi
sationszugehörigkeit des einzelnen Arbeiters nicht. Die Ar
beitsvermittlung geschieht ausschließlich durch den Arbeitsnach
weis des Verbandes bayerischer Metallindustrieller.
Im Betriebe selbst — die beiden Münchener Betriebe allein
— laufen ca. 400 Arbeitsmaschinen, wie Hobel-, Stoß-, Bohr-
und Fraismaschinen, wie Drehbänke, Hydraulische Pressen und
Dampfhämmer. Für den Transport in der Werkstatt stehen
etwa 65 Kranen zur Verfügung. Der Antrieb dieser Werk
zeug- und Arbeitsmaschinen sowie die gesamte elektrische Be
leuchtung des Werkes wird von Dampfmaschinen, Lokomobilen,
Diessel- und Gasmotoren, 4 Dynamos und etwa 55 Elektro
motoren geleistet, welche zusammen eine Kraftmenge von
500 PS erzeugen. Außerdem besitzt die Unternehmung eine
komplette pneumatische Anlage — Preßlufterzeugung und Ver
wertung — zum Nieten, Stemmen, Meißeln; eine Autogen
schweißanlage vervollständigt diese Neuerung, die dazu bei
trägt den Betrieb trotz seines heute nicht mehr in dem Maße
günstigen Standortes wie in seinen Gründungsjahren konkur
renzfähig zu erhalten.
Direkt auf den Bedarf der Eisenbahnen nach Wagenmaterial
ist die Gründung der großen Waggonfabrik Jos. Rath
geber, A.-G. in Moosach-München zurückzuführen. Von
Anfang an bis heute ist dieses Unternehmen, wie aus der
folgenden Gesamtdarstellung folgt, rein konsumorientiert
geblieben. Der Begründer der Firma, Jos. Rathgeber, der in
München eine Huf- und Wagenschmiede betrieb, sah sich durch
die Entwicklung der Eisenbahnen und das rasche Emporblühen
aller mit diesen arbeitenden Industrien veranlaßt, ein größeres
Arbeitsfeld zu suchen und gründete im Jahre 1852 eine Waggon
fabrik in der Marsstraße. Durch größere Lieferungen nach
Österreich-Ungarn und Schweiz gründete sich die Firma wegen
ihrer guten Personenwagen bald auch einen Ruf im Ausland.
Vor dem Krieg 1870—71 und nach demselben wurden auch
bedeutende Lieferungen von Militärfahrzeugen ausgeführt. Die
Industrie hat dann den außerordentlichen Tiefstand der ge
samten Eisenindustrie und besonders des Waggonbaues, der