Full text : München als Industriestadt

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.Brennern  unterstüzt  werden.  Eine  Arbeiterfrage  kann  somit
durch  die  Zahl  der  Beschäftigten  nicht  hervorgerufen  werden.
Die  Arbeiter  wurden  von  der  Macholl’schen  Fabrik  übernommen ­
  und  werden  bei  eintretendem  Bedarfe  durch  die  sich  frei
meldenden  Stellenlosen  ergänzt.  Die  Löhne  bevcegen  sich  allgemein ­
  zwischen  27  und  40  Mark  pro  Woche,  nur  der  Wochenlohn ­
  der  einfachen  Fabrikarbeiter  beträgt  durchschnittlich
24  Mark.
Die  einzige  heute  noch  selbständig  produzierende  Spritfabrik
  ist  die  Max  Wassermann’sche.  Sie  arbeitet
mit  einem  Rektifakationsapparat,  einigen  Pumpen  mit  Dampfund
  Elektrizitätsantrieb  und  mehreren  Filtern.  Sie  beschäftigt
etwa  50  Arbeiter,  meistens  ungelernte  Taglöhner,  die  sich
ziemlich  leicht  in  den  Betrieb  einarbeiten.  Dennoch  ist  die
Selbständigkeit  dieses  Betriebes  keine  volle,  denn  die  Firma
ist  ein  Gesellschafter  des  Spiritussyndikats,  welches  jedem  einzelnen ­
  ein  Verkaufsgebiet  zuweist,  das  nach  den  Prinzipien
der  Frachtgünstigkeit  geregelt  ist.  Die  Firma  Wassermann
setzt  ihre  Produkte  zum  größten  Teil  in  München  selbst  und
seiner  näheren  Umgebung  ab.
Anders  gestaltet  sich  heute  die  Lage  der  Deutschfranzösischen ­
  Cognacbrennerei  vorm.  Gebr.  Macholl, ­
  A.  G.,  welche  sich  durch  Verkauf  der  früher  angegliederten ­
  Weinsprit-Raffinerie  von  dem  Spirituskartell  ganz
unabhängig  gemacht  hat.  Ihr  Hauptaugenmerk  hat  die  Firma
auf  die  Herstellung  von  Cognac  und  sonstiger  Edelbranntweine
wie  Kirsch-  und  Zwetschgenwasser,  Enzian,  Hefen  und  Vogelbeerbranntwein, ­
  gerichtet.
Jährlich  kauft  die  Firma  zu  diesem  Zweck  in  großen  Quantitäten ­
  Kirschen  und  Zwetschgen  hauptsächlich  aus  Tirol  und
dem  oberbayerischen  Gebirge,  von  den  Bergen  Bayerns  Enzianwurzeln, ­
  Heidelbeeren,  Wachholder,  Vogelbeeren  und  dergleichen, ­
  die  im  Gebirge  längst  als  bewährte  Hausmittel  gelten.
Die  Früchte  und  Wurzeln  lagern  in  großen  Fässern  auf  den
weitausgedehnten  Hofräumen,  wo  sie  den  natürlichen  Gärungsprozeß ­
  durchmachen,  um  sodann  destilliert  zu  werden.  Außerdem ­
  werden  leichte  französische  Weine  aus  der  Charente  und
inländische  Weine  zur  Cognacbereitung  bezogen.
            
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