Full text: Wie muß sich das Stickstoff-Monopol gestalten?

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nung deutscher Empfindlichkeit und zur Sicherung einer festeren 
Stellung gegenüber Gegenmaßnahmen der deutschen Regierung auch 
amerikanisches Kapital beteiligen würde. — Eine dritte, augenblicklich 
noch ferner liegende Möglichkeit der inländischen Salpeterherstellung 
aus Ammoniak wird später noch berücksichtigt, indes läuft auch sie leicht 
auf ein Privatmonopol hinaus. 
Somit, wie auch die Zukunft für den Stickstoffmarkt Deutschlands 
sich gestalten mag: Sehr wahrscheinlich wird eine Monopolbildung ein 
treten. 
Wer daher das Monopol an sich fürchtet und bekämpft, der mache 
sich klar, daß er nicht fein Kommen verhindern, sondern nur die Form, 
die es gewinnen wird, und die Stelle, welche den Ertrag einsammeln 
darf, zu beeinflussen vermag. Da dürfte es wohl vorzuziehen fein, 
daß das Reich in weitem Umfange an den zu erhoffenden Erträgen 
teilnimmt, anstatt allein deutsches, oder noch wahrscheinlicher, auslän 
disches Großkapital. Zumal für unsere heimische Landwirtschaft ist 
die Beteiligung des Reiches wichtig, uni nicht nur rein privatwirtschaft 
liche, sondern auch die wichtigen Interessen der Volksernährung und 
der Erhaltung der Leistungsfähigkeit unserer Landwirtschaft berücksich- 
tigt zu wissen. Doch auch unsere Stickstoff verbrauchende Industrie, 
möge sie nun Bedürfnis für Salpeter oder Ammoniak haben, wird aus 
der rücksichtslos über Recht und Verträge hinweggehenden Kampfes 
weife der Engländer im Wirtschaftskrieg wohl genug gelernt haben, um 
zu wünschen, keinesfalls von einem letzten Endes englischen Stickstoff 
monopol abhängig zu werden. Daher kann bei ruhiger und möglichst 
vorurteilsfreier, sowie unbeeinflußter Überlegung die Entscheidung für 
ein Reichs-Stickstoffmonopol nicht lange zweifelhaft sein. Anders mag 
sich aber die zweite Frage beantworten, ob das von der Staatsregierung 
vorgeschlagene Handelsmonopol sich nun als der beste Weg erweisen 
wird, aus Schwierigkeiten der Zukunft Zukunftsvorteile zu gestalten. 
Die Gestaltung des Die Art und Weise, wie das bisher vor- 
Handelsmonopols. geschlagene Handelsmonopol sich gestalten soll, 
ist zunächst noch durchaus dunkel. Zwar darf man anneh 
men, daß dabei die Benutzung der Organisation großer, schon 
vorhandener Jnteressentengruppen geplant ist, aber eine ganze Unzahl 
wichtiger Fragen nach der Durchführung konnten noch nicht einmal zur 
flüchtigen Besprechung in der Öffentlichkeit gelangen, weil die voraus-
	        
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