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andernfalls wertlose Nebenprodukte auszunutzen und dadurch die Fa
brikation zu verbilligen. Welches Land könnte hierfür aber bessere Ans-
sichten besitzen als Deutschland mit seiner chemischen Industrie, der ersten
der Welt?
Die Stunde scheint gekommen, in der die Grundlage für eine weit
gehende Förderung der deutschen Kunstdüngerindustrie und des deut
schen Kunstdüngerhandels unter Teilnahme des Reiches an Arbeit wie
an Gewinn geschaffen werden muß. Möge Regierung und Volksver
tretung eine glückliche Hand zeigen, und so schon jetzt zur schnellen Hei
lung der Wunden des Krieges auf wirtschaftlichem Gebiete wesentlich
tätig sein!
Schluß. Ein Wort zum Schluß: In der „Norddeutschen
Allgemeinen Zeitung" fand sich eine Darlegung, derzufolge man von
Regierungsseite in der öffentlichen Besprechung des Gesetzeickwurfs über
das Stickstosfhandelsnionopol Zurückhaltung zu üben beabsichtige, unter
dem „Gesichtspunkt, daß eine vollständige Beurteilung der in Betracht
kommenden Fragen nur möglich ist auf Grund von Tatsachen und Er
wägungen, deren öffentliche Darlegung geeignet wäre, gewisse Inter
essen, die während der Kriegsdauer unbedingt den Ausschlag geben
müssen, zu gefährden. Das gleiche gilt für die öffentliche Darlegung
der von der Reichsleitung bisher in die Wege geleiteten praktischen
Maßnahmen zirr Sicherung einer ausreichenden Erzeugung von Stick-
stoffverbindnngeu während des Krieges. Wir haben allen Grund,
unsere Feinde über das Wie und Wo auf diesem Gebiete nicht zu
unterrichten "
Ich habe, wie ich glaube für mich in Anspruch nehmen zu können,
mich in der vorliegenden Besprechung streng an diese Grundlinien ge
halten. Es gibt aber zweifellos bei der Behandlung der Frage eines
Stickstoffhandelsmonopols noch eine ganze Reihe von wichtigen Um
ständen und Verhältnissen, die lediglich auf die Zeit nach dem Kriege
bezüglich, wohl in keiner Weise die Sicherheit unseres Vaterlandes in
irgend einer Weise berühren können, zumal da sie ausschließlich auf dem
in Kriegszeiten nicht maßgebenden wirtschaftlichen Gebiete liegen. Und
zweitens sind andere Einzelheiten entweder schon vor dem Kriege allge
mein bekannt gewesen, wie z.B. die in Betracht kommenden Herstellungs
verfahren, oder seit Monaten in vielen Denkschriften und Zeitungen bei