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Inland wie Ausland hinreichend gestärkt werden, sodaß die
oberschlesischen Industrieprodukte wieder in den uneingeschränkten
Besitz ihres natürlichen Absatzmarktes im Jnlande, mittels
des Seehafens Stettin sogar auf den Weltmarkt unter günstigen
Bedingungen gelangen könnten.
Die Frage der Rückfrachten ist sogleich durch den steigenden
Bedarf der Eisenwerke an fremden Erzen, wobei die schwedischen
immer mehr in den Vordergrund rücken, sowie den Transport
des steigenden Nahrungsmittelbedarfs der rasch wachsenden Jndustriebevölkerung
Oberschlesiens gelöst.
Der zweite für eine wenn auch nur beschränkte Schiffahrt
in Betracht kommende oberschlesische Fluß ist die Przemsa*), die
zugleich Grenze gegen Österreich-Ungarn ist. Sie kommt aus
Rußland, wird nach Aufnahme der Brinitza, die solange die
Grenze geaen Rußland bildet, an der „Dreikaiserreichsecke" bei
Myslowitz schiffbar und mündet nach einem weiteren Lauf von
26.4 Kilometer bei Czarucho nördlich von Oswiecim in die
Weichsel. Von Myslowitz ab ist der Fluß reguliert und dient
der Verfrachtung von Steinkohlen nach Galizien und Russisch-Polen.
Die geringe Fahrwassertiefe von 0.50 bis 0.80 Meter
läßt nur die flachgehendeu, prahmartigen Galeeren zu, die höchstens
25 Tonnen tragen. Die beladenen Kähne werden stromab
mit Stangen gestoßen und leer stromauf durch Pferde getreidelt.
Das Frühjahrshochwasser ermöglicht einen lebhafteren Verkehr,
immerhin sind die verfrachteten Mengen beschränkt. So wurden
Steinkohlen verladen: 1901 : 12 000 To., 1906 : 12 000 To.,
1911 : 26 000 To., 1912 : 29 630 To.
Doch würde bei einer gründlichen Kanalisierung 1 2 ) die Leistungsfähigkeit
dieses Wasserweges soweit gesteigert werden können,
daß die an der russischen und österreichischen Grenze geleaenen
obers-blesischen Steinkohlengruben in der Erleichterung des
bedeutenden Absatzes nach Galizien und Russisch-Polen ein kleines
Äquivalent für den Bau des Groß-Klodnitzkanals, an dem
sie weniger Anteil haben als die westlichen Zechen, erhalten
würden.
1) Führer a. d. deutschen Schiss-Str.. Odergebiet, S. 144 f.
2) Rußland hat mit der Regulierung des russischen Teils der
Przemsa begonnen.