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Vorgehen gegen die oberschlesischen Techniker und Arbeiter sowie
zur Differenzierung der Zölle auf Steinkohle und Eisen.
1887 wurde der Zoll auf Roheisen bei der Einfuhr über die
westliche Landesgrenze auf 30 Kop., zur See auf 25 Kop. pro
Pud festgesetzt. Schon 1890/91 trat eine Steigerung auf 36
bezw. 30 Kop. ein. Dadurch wurde die Versorgung der Filialwerke
mit oberschlesischem Roheisen gänzlich unmöglich gemacht,
und den oberschlesischen Hütten blieb nichts übrig, als ihre polnischen
Filialen mit eigenen Hochöfen zu versehen, ihren Betrieb
völlig getrennt zu führen*). Da die deutsche Reichsregierung
die Herabsetzung der russischen Prohibitivzölle im
Guten nicht erlangen konnte, schritt sie zu Gegenmaßregeln,
Erhöhung der Kornzölle und Begünstigung der nicht russischen
Agrareinfuhr. Daraus entstand der Zollkrieg von 1893/94. Die
oberschlesische Industrie erlitt durch ihn bedeutende Verluste,
ihre Ausfuhr hörte fast ganz auff). Die öffentliche Meinung
Russisch-Polens proklamierte den Boykott der oberschlesifchen
Werke und ihrer polnischen Filialen und regte die Eröffnung
neuer Verbindungen mit Frankreich, Belgien und England ar?).
Der Handelsvertrag von 1894 brachte den ersehnten Frieden*).
Die 21 Artikel des Vertrages setzten als Hauptsache das Prinzip
der gegenseitigen Meistbegünstigung sowohl in der Behandlung
der Staatsangehörigen, Schiffe usw., als auch der
Warenzölle, und die Gleichstellung beider Staaten in den
Eisenbahntarifen. Abgaben auf Flüssen, Kanälen und Landstraßen
fest. Der Erlaß von Ein- und Ausfuhrverboten war
unmöglich gemacht, außer wenn die öffentliche Gesundheit,
Sicherheit und Ordnung, Staatsmonopole usw. solche nötig
machten. Für Oberschlesien am wichtigsten war die Beseitigung
1) Auf der Katharinenhütte wurde 1890 der erste, 1898 der
zweite Hochofen angeblasen. Für die Verhüttung kamen polnische
Braunersenerze, hauptsächlich aber südrussische Erze und Koks aus
Lberschlesien und Mährisch-Ostrvu in Betracht, da die polnische
Kohle keinen Koks liefert.
2) Noch 1887 konnten 25 700 Tonnen Roheisen nach Polen
ausgeführt werden. (B. Kosmann, S. 118.)
8) V. Wittschewsky, S. 157.
4) E. Zweig, S. 45 f.