Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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die  in  der  Sucht,  möglichst  große  Gewinne  Herauszuwirtschasten,
ihre  technischen  Anlagen  vernachlässigt  hatten*).  Nach  B.  Simmersbach ­
  ist  ein  merklicher  Rückgang  der  Erträge  der  südrussischen
  Eisengesellschaften  zu  verzeichnen.  In  %  des  Aktienkapitals ­
  betrugen  ihre  Dividenden-):
1901:  3,96,  1902:  3,10,  1903:  3,11,
1904:  2,98,  1905:  2,64,  1906:  2,07.
Im  Interesse  des  Konsums  sucht  die  Regierung  die  neuerdings ­
  auftretenden  Kartellierungsbestrebungen  der  russischen
Kohlen-  und  Eisenindustrie  zu  behindern"),  indem  sie  erklärte,
die  Syndikate  nur  dann  gelten  lassen  zu  können,  wenn  sie  sich
auf  die  Verminderung  der  Produktionskosten  beschränken
wollten"*).  Seit  1903  bestehen  Syndikate  für  Grobbleche,
Träger,  gezogenen  Draht,  Drahtnägel,  die  in  der  „Ersten  Gesellschaft ­
  für  den  Handel  mit  metallurgischen  Produkten,
Charkow")"  vereinigt  wurden.  Auch  ein  Roheisensyndikat  ist
1907  durch  die  süd-  und  nordrussischen  sowie  polnischen  Hochöfen ­
  begründet  worden"),  das  ziemlich  hohe  Preise*)  mit  einheitlicher ­
  Botts  für  ganz  Rußland  mit  Ausnahme  des  Uralbezirks ­
  durchführte.  Die  anderen  Syndikate  vermochten  ebenfalls ­
  Preissteigerungen  zu  erzielen").
In  großen  Zügen  ist  festzustellen,  daß  die  russische  Steinkohlen- ­
  und  Eisenproduktion  durch  die  ungeheuren  natürlichen
Hilfskräfte  des  Landes  und  den  starken  Bevölkerungszuwachs,
der  1912  über  2  Millionen  betrug  und  unmöglich  in  der  russischen ­
  Landwirtschaft  untergebracht  werden  kann,  für  alle  Zeiten
gesichert  erscheint").
1)  Handelsbericht  d.  Generalkons.  Odessa  1901,  S.  I,  86.
2)  B.  Simmersbach,  11,  S.  13  f.
3)  Handelsbericht  d.  Kons.  Libau,  1907,  S.  I,  No.  278.
4)  B.  Simmersbach  I  S.  398.  E.  Zweig,  S.  136  ff.
5)  sog.  „Prodameta."
6)  Handelsbericht  d.  Vice-Kons.  Nikolajew  1908,  S.  l,  314.
7)  „Schlesische  Zeitung"  No.  13,  7.  Januar  1913.
8)  1907  wurde  der  Plan  zu  einem  russischen  Eisen-  und
Stahltrust  gefaßt,  der  aber  daran  scheiterte,  daß  die  Regierung  mit
der  Herabsetzung  der  Schutzzölle  drohte,  und  die  notwendigen  170
Mill.  Rubel  nicht  ausgebracht  werden  konnten.  (33.  Simmers  -
'  dach  II,  e.  13  ff.)
9)  V.  Wittschewskg,  S.  319.  E.  Zweig,  S.  136  ff.  1904  betrug
die  Produktionsfähigkeit  der  russischen  Hochöfen  4,7  Mill.  Tonnen,
ihre  Produktion  dagegen  nur  2,9  Mill.  Tonnen.
            
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