Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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der  oberschlesischen  Hochöfen  um  ein  Bestimmtes  teurer  sein,  als
die  Rheinland-Westfalens,  was  in  den  höheren  Gestehungskosten ­
  der  oberschlesischen  Roh-  und  Grobeisenmaterialien,  für
deren  Gesamtproduktionskosten  die  Erzmaterialkosten  ausschlaggebend ­
  sind,  stets  zum  Ausdruck  kommen  muß.  Deshalb  ist  die
Standortslage  der  oberschlesischen  Eisenindustrie  an  sich  noch
nicht  falsch.
Abgesehen  davon,  daß  die  Eisenindustrie  keine  „freie",
sondern  „gebundene"  Industrie  ist 1 ),  steht  die  oberschlesische
Eisenindustrie  auf  dem  optimalen  Kraftmaterial-  und  Arbeitskostenpunkt,
  wie  auch  nach  Durchführung  der  geplanten  Verkehrsund ­
  handelspolitischen  Maßnahmen  günstige  Konsumplatzrelationen
  für  große  und  entwicklungsfähige  Märkte  vorhanden  sein
werden.  Mit  steigender  Verfeinerung  und  Spezialisierung  der
Cisenproduktion  steigen  die  Kraftstoff-  und  Arbeitskostenindices
so  weit,  daß  der  Vorteil  Oberschlesiens  in  diesen  beiden  Produktionsfaktoren ­
  schließlich  in  dem  Fein-  und  Spezialeisenprodukt
den  Erzkostennachteil  des  oberschlesischen  Roh-  und  Grobeisens
ein-  und  überholen  kann.  Wir  haben  diese  Beweisführung  mit
den  Betriebsergebnissen  der  einzelnen  oberschlestschen  Eisenhütten ­
  erhärten  können.
Die  Zukunft  der  oberschlesischen  Eisenindustrie  liegt  nicht
so  sehr  in  der  quantitativen  als  vielmehr  in  der  energischen
qualitativen  Ausweitung  der  Produktion.  Natürlich  ist  die
oberschlestsche  Roheisen-  und  Rohstahlproduktion  auch  ferner  als
Grundlage  der  Verfeinerungs-  und  Spezialeisenerzeugung  aufrecht ­
  zu  erhalten.
Diese  Neuorganisation  der  oberschlestschen  Eisenindustrie
ist  aber  nur  dann  möglich,  wenn  die  Absatzverhältnisse  sie  erlauben. ­
  Hat  eine  steigende  oberschlestsche  Fein-  und  Spezialeisenproduktion ­
  Aussicht  auf  gesunde  und  ausreichende  Absatzmärkte? ­

Betrachten  wir  zunächst  das  nahe  Ausland,  so  ergab  sich,
daß  der  russische  wie  österreichisch-ungarische  Eisenmarkt  —
und  der  der  Balkanstaaten  —  weniger  für  die  oberschlesischen
Roh-  und  Grobeisenprodukte  in  Frage  kommen  wird,  dagegen
bei  fortschreitender  Entwicklung  dieser  zukunftsreichen  Wirt1) ­

  s  die  Ausführungen  a.  S.  38.
            
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