Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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schaftsgebiete  in  steigendem  Maße  für  die  Fein-  und  Spezialeisenprodukte ­
  Oberschlesiens.
Die  Aufgabe  der  oberschlesischen  Verkehrspolitik  hinsichtlich ­
  des  Auslandes  ist,  die  transportkostenmäßiae  Vorhand  des
Bezirks  zu  großen  Gebieten  der  genannten  Staaten  weiter  zu
stärken,  und  diejenige  der  Handelspolitik,  die  Zölle  jener  Staaten
auf  die  als  aussichtsreich  erkannten  Produkte  herabzusetzen  zu
suchen.
Wenn  so  die  Entwicklungsaussichten  des  Auslandsmarktes
zum  guten  Teil  die  Grundlagen  für  eine  Entwicklung  der  oberschlesischen ­
  Fein-  und  Spezialeisenproduktion  bilden,  so.  ist  dies
-  abgesehen  von  den  Folgen  eines  Krieges  mit  jenem  Ausland ­
  —  durchaus  nicht  als  ungesund  zu  bezeichnen  .  K.  Oldenburg ­
  sagt  zwar  in  seiner  bekannten  Schrift  „Deutschland  als
Industriestaat*)":  „Durch  Maschinenexport  gräbt  unsere  Exportindustrie ­
  sich  selbst  ein  Grab,  und  ist  noch  stolz  darauf,  das;  ihr
diese  Totengräberarbeit  in  Entreprise  gegeben  wird,  und  sie
daran  verdient  .  .  ."  Wir  vermögen  den  Standpunkt  nicht  zu
vertreten,  daß  die  Lieferung  von  Maschinen  und  Maschinenteilen
an  das  Ausland  diesem  sogleich  die  Mittel  an  die  Hand  gebe,
sich  für  seinen  ferneren  Bedarf  an  Judustrieprodukten  selbstständig ­
  zu  machen  oder  gar  als  Konkurrent  seines  früheren  Lieferanten ­
  auf  dem  Weltmarkt  aufzutreten.  Wenn  man  auch
zugibt,  daß  durch  solche  Lieferungen  das  Ausland  industriell
ausgerüstet  wird,  erhält  die  nationale  Industrie  durch  den  Auslandsverkauf ­
  doch  die  Mittel,  einmal  den  an  solchen  Maschinenfabrikaten ­
  mit  überwiegender  Quote  beteiligten  Arbeitslohn
dem  nationalen  Arbeiter  zu  bezahlen  und  dann  den  FabrikationsProzeß ­
  soweit  zu  modernisieren,  daß  er'  die  Konkurrenz
der  jungen  Auslandsindustrie  weiter  erfolgreich  bestehen  kannP.
Nichtsdestoweniger  muß  wie  die  obcrschlesische  Steinkohle
auch  das  Eisen  seinen  Hauptabsatzmarkt  im  Jnlande  suchen.
Da  die  Verkehrsfrage  der  oberschlesischen  Eisenindustrie
mit  der  des  Steinkohlenbergbaues  zugleich  gelöst  ist,  so  steht

1)  s.  S.  22.
2)  R.  Pantzer,  S.  163.  Natürlich  nicht  bei  Verkäufen  zu
„Schleuderpreisen",  die  aber  für  vberschlesien  absolut  nicht  in  Betracht ­
  kommen.  (Persönl.  Mitteilungen.)
            
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