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die Produkte überall hintrug, nicht allein in die äußersten Winkel
des Inlandes sondern auch zu den Seehäfen, den Anschlüssen
an den Weltmarkt. Auch für die Besserung der Landstraßen des
engeren Bezirks war inzwischen viel geschehen durch Erlaß des
Allgemeinen Preußischen Berggesetzes vom 24. Juni 1865, das
die Leistungen für die Straßen seitens der Regierungen, der Gesellschaften,
Privaten und besonders der Oberschlesischen Bergbauhilfskasse
genau regelte'). Für den Verkehr der Gruben und
Hütten untereinander wurde von der Oberschlesischen Eisenbahn-Gesellschaft
eine Schmalspurbahn gelegt"), doch hatte diese Industriebahn
infolge hoher Tarifsätze und des mangelhaften Betriebes
keinen Erfolg. Hatte der Staat während der 40er und
50er Jahre immerhin noch Bauten zur Verbesserung der Schifffahrtsverhältuisse
auf dem Oderstrom vornehmen lassen^), so
wurde seit dem Aufkommen der Eisenbahnen nichts mehr für
die Wasserstraßen getan. Allerdings ließ im Anfang des Eisenbahnverkehrs
die Benutzung der Schiffahrtsstraßen, selbst des
Rheins sehr nach, doch war der Hauptgrund für ihre Vernachlässigung
die Furcht, die Rentabilität einer Eisenbahn würde
durch eine leistungsfähige, parallele Wasserstraße gefährdet. Dies
führte allmählich dazu, daß die Eisenbahnen in den Besitz eines
s gewissen Verkehrsmonopols gelangten und mittels der Tarifpolitik
Industrie und Handel beherrschten. So klagt Solger^):
„Die Produzenten sind in die Hand der Oberschlestschen Eisenbahn
gegeben und können selbst ihre natürliche Wasserstraße, die
Oder, nicht benutzen. . die Fracht z. B. nach Berlin komme
so hoch zu stehen, das; das oberschlesische Eisen von dem Absatz
nach den dortigen großen Maschinenbauanstalten und Eisenbahnen
ausgeschlossen sei. Zwar bemühte sich die Regierung, die
Eisenbabnaesellschaften zur Herabsetzung der Tarife zu bewegen,
soweit es ihr Interesse an gut rentierenden Eisenbahnen gestattete,
aber die Erfolge reichten doch nicht hirch). Bereits 1849
wurde, um die englischen Steinkohlen vom Berliner Markt zu
1) B. Kosmann, S. 43. (f. a. G. Gothein I.)
2) I. Renauld, S. 146.
3) W. Tietze, S. 25 ff. W. Latz I, S. 94.
4) H. Saiger, S. 140.
5) I. Renauld, S. 58 f.