Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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als  die  oberschlesischen  Steinkohlenschätze  Hochofenkoks  sowie
das  Kraftmaterial  für  ferne  Zeiten  zu  liefern  imstande  sein
werden,  Materialien,  die  etwa  die  Hälfte  des  Rohstoffbedarfs
des  Hoäiofens  ausmachen,  und  deren  Anteil  an  den  Gesamtmaterialien ­
  mit  der  weiteren  Verarbeitung  des  Roheisens  bedeutend ­
  steigt.
Die  oberschlestsche  Eisenindustrie  kann  garnicht  „irgend
anderswo"  sein.
In  seinem  Aufsatz  „Die  Standortslehre  und  die  HandelspolitikH"
  der  einen  Versuch  zu  seinem  Vorhaben  darstellt,  seine  v
abstrakte  Theorie  ins  Reale  zu  übertragen,  spricht  es  Weber
deutlich  aus,  daß  die  nahe  den  großen  Kohlenlagern  der  Erde
gelegenen  Arbeitsmärkte  vor  allen  anderen  in  der  Welt  zunehmend ­
  mehr  die  Oberhand  in  der  industriellen  Produktion
erlangen  werden.  Er  fufjrt  dann  unter  den  5  ganz  großen,
Prinzipalen  Kohlenbezirken  der  Erde  die  deutschen  am  Niederrhein ­
  und  in  Oberschlesien,  unter  den  4  heut  schon  entfalteten
Arbeitsmarktgebieten  der  Erde  ebenfalls  den  niederrheinischbelgischen ­
  und  oberschlesisch-polnischen  an.  „Wenn'und  insoweit ­
  die  Industrie  international  an  Arbeitsmärkte  geht  —
und  es  ist  ja  der  ganze  Großteil  der  internationalen  Weltindustrie, ­
  der  das  tut  —  werden  jene  4  großen  Arbeitsmarktgebiete ­
  die  künftigen  großen  Weltindustriezentren  bleiben,  soderen
  Verhältnissen,  der  wirtschaftlichen  Uebermacht  der  Stahltrusts,
dem  vor  nichts,  vor  allem  nicht  vor  Tradition,  zurückschreckenden
amerikanischen  Geschäftssinn.  In  Deutschland  erscheint,  wie  gesagt,
eine  allgemeine  Standortsrevision  ivenigstens  der  großen  Industrien
unmöglich.  Die  Entstehung  der  jüngsten  Seehochöfen  in  Stettin,
Lübeck  usw.  widerspricht  dem  noch  nicht,  denn  genauer  gesehen,  ist
das  bisher  einzig  rentabel  arbeitende  Werk  „Kraft"  zu  Kratzwieck-Stettin
  die  Gründung  eines  der  größten  deutschen  Kapitalisten,  des
Fürsten  Henckel  von  Donnersmarck,  der  die  erforderlichen  großen
Mittel  ohne  Gefährdung  seines  übrigen  Vermögens  hergeben
konnte.  Auch  das  Lübecker  Werk  ist  von  dem  kapitalkräftigen
Liibeck  begründet  worden.  Die  anderen  Seewerke  sind  z.  T.  eingegangen,
  z.  T.  ohne  größere  Aussichten,  (s.  a.  C.  Roß.)  Die
Wanderung  der  deutschen  Hochöfen  zur  Küste  erscheint  im  großen
ganzen  abgeschlossen.  lDie  Hapag  wie  der  Bremer  Lloyd  beabsichtigten ­
  s.  Zt.  die  Errichtung  von  Großeisenhütten  in  Hamburg  bezw.
Bremen,  doch  ist  in  letzter  Zeit  nichts  Genaueres  davon  lautbar
geworden.)
1)  A.  Weber  I  I.  S.  683  ff.
            
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