Full text : Die oberschlesische Kohlen- u. Eisenindustrie

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Erzgruben  erworben  haben*).  Es  wird  Aufgabe  der  deutschen
Handelspolitik  sein  müssen,  die  Eisenerzeinfuhr  aus  Österreich-Ungarn
  Von  allen  Hemmungen  freizumachen,  und  das  dürfte
bei  dem  engen  politischen  wie  wirtschaftlichen  Verhältnis  des
Deutschen  Reiches  zu  der  Donaumonarchie  nicht  allzu  schwer
fallen.
Da  aber  die  österreichisch-ungarischen  EisenerUchätze  im
Hinblick  auf  die  einheimische,  auffteigende  Eisenindustrie  keineswegs ­
  „unerschöpflich"  erscheinen,  so  werden  sie  kaum  in  größerem
Maße  als  bisher  in  Zukunft  für  die  Erzversorgung  der  oberschlesischen
  Hochöfen  ins  Gewicht  fallen  können.  Der  geplante
Donau-Oderkanal  würde  zwar  eine  bedeutende  Verbilligung
der  Transportkosten  bewirken,  indem  die  Erze  die  zweckmäßigste
Rückfracht  für  die  Kohlenbezüge  der  Monarchie  aus  Oberschlesien
darstellen  würden.  Dann  würden  aber  mehr  die  steirischen  und
südungarischen  Eisenerze  für  den  Bezug  in  Betracht  kommen.
Schweden^)  ist  eines  der  eisenreichsten  Länder  der  Erde,
seine  Erzschätze  werden  auf  1  Milliarde  To.  berechnet.  Die
wichtigsten  Vorkommen  sind  die  von  Grängesberg  in  Mittelschweden ­
  und  die  in  Nordschweden  dicht  nördlich  des  Polarkreises ­
  gelegenen  von  Gellivaara  und  Kiirunavaara-Luossavaara.

Die  Eisenerze  von  Grängesberg  werden  schon  viele  Jahrhunderte ­
  gewonnen  und  lieferten  das  bis  ins  19.  Jahrhundert
ganz  Europa  beherrschende  schwedische  Eisen.  In  der  Hauptsache ­
  sind  es  Magnetite,  zum  kleineren  Teil  Roteisensteine  und
Eisenglanz  von  50—60%  Fe  und  0,2—0,8—2,0%  P.  Sie

1)  Die  Eisenbahnstrecken  betragen  nach  Oberschlesien  von
der  Südtatra  ca.  180—220  km
der  Marmaros  ca.  500—550  km
dagegen  von  Steiermark  ca.  600—650  km
2)  Norwegen  birgt  gleicherweise  ungeheure  Eisenerzlager,  doch
liegen  die  Transport-  und  Arbeiterverhältnisse  so  sehr  im  argen,
daß  eine  bedeutendere  Gewinnung  bisher  nicht  möglich  war.  Die
Donnersmarckhütte  A.-G.  und  die  Oberschles.  Eisenbahnbedarfs  A.-G.
betreiben  seit  1910  die  Norwegische  Erzgewinnungsgesellschaft
Salangen.  ls.  Salings  Börsenjahrbuch  1912.))  Eisenhüttenwesen,
S.  154  sf.  W.  Neumeister,  S.  45  sf.  Hecker,  S.  109.  Th.  Sehmer,
S.  55  ff.
            
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