58
Diesen natürlichen Grundlagen folgend hat sich die österreichisch-ungarische
Eisenindustrie in vier verschiedenen Bezirken
konzentriert H:
1) im böhmischen Steinkohlenbecken,
2) im Ostrau-Karwiner Steinkohlenrevier,
3) im Eisenerzbezirk der Steiermark und Kärntens,
4) im Hunvader Eisenerzbezirk.
In den beiden ersten Revieren stehen die Hochöfen auf den
Steinkohlen, in den letzten auf den Erzen. Die böhmischen Hochöfen
werden ausnahmslos mit steirischen und einheimischen
Eisenerzen versorgt, dagegen ist die Eisenindustrie Mährens
ganz auf weiter entfernte Erzlager des Inlandes angewiesen.
Soweit die Koksprodnktion des Mährisch-Ostrauer Steinkohlenreviers
nicht ausreicht, bezieht die österreichisch-ungarische Eisenindustrie
rheinisch-westfälischen Hochofenkoks.
Die österreichisch-ungarische Roheisenproduktion betrug:
in 1 0 0 0 To.
1891
922
1896
1228
1901
1522
1906
1688
1907
1873
1908
2042
1909
2044
1910
2056
191.1
2159
1912
2785
Trotz der guten Erzgrundlagen hat die österreichisch-ungarische
Eisenindustrie nur geringe Fortschritte gemacht. Neben
anderen ist die Hauptursache der Mangel an Kokskohlen. Das
Mährisch-Ostrauer Steinkohlenbecken wird m nächster Zukunft
seine Kokskohlenförderung nicht in dem Maße steigern können,
daß es sämtliche Eisenhütten des Landes mit wachsenden Mengen
Koks zu versorgen imstande sein würde. Die außerordentlich
hohen Gestehungskosten im Verein mit der ungünstigen
peripheren Lage des Bezirks sowie die Arbeiternot halten die
Entwicklung der Kohlenproduktion aus.
1) Ein besonderes Eisenwerk (Seewerk) ist die Hütte „Servola"
bei Triest, das englische Kohlen und Mittelmeererze verschmilzt.
IMS betrug die Roheisenproduktton schon ca. 100 000 Tonnen.