Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Melassekalk,  Kalksacobarat  und  Strontiansaccharat.

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7.  Bestimmung’  der  Reinheit  hezw.  des  Rendements  oder  der  Ausbeute.
Wenn  man  Wasser,  Zucker  und  Asche  in  den  zuckerhaltigen  Fabrikationserzeugnissen
addiert  und  die  Summe  von  100  ahzieht,  erhält  man  aus  der  Differenz  die
„organischen  Nichtzuckerstoffe“.
Die  Reinheit  oder  der  Quotient  wird  gefunden,  indem  man  den  Zuckergehalt ­
  auf  100  Teile  wirkliche  Trockensubstanz  bezieht  (vergl.  S.  603).
Unter  Ausbeute,  Rendement  oder  Raffinationswert  (bei  Rohzucker)
versteht  man  die  Zahl,  welche  angibt,  wieviel  an  kristallisiertem  Zucker  bei  dem
Raffinationsprozeß  aus  einem  Rohzucker  zu  gewinnen  bezw.  „auszubringen“  ist.
Hierbei  nimmt  man  an,  daß  durch  1  Gewichtsteil  der  in  dem  Rohzucker  enthaltenen ­
  löslichen  Salze  (also  ausschl.  Sand  usw.)  5  Gewichtsteile  Saccharose  am
Kristallisieren  verhindert  und  der  Melasse  zugeführt  werden.
Man  löst  zur  Bestimmung  der  löslichen  Salze  20—30  g  Rohzucker  in  Wasser,
filtriert,  bringt  das  Filtrat  auf  etwa  200  ccm,  verdampft  die  Hälfte  desselben  in
einer  flachen  Platinschale  zur  Trockne  und  verascht,  wie  unter  5,  S.  610  beschrieben ­
  ist.
Angenommen,  ein  Rohzucker  enthält  95  °/ 0  Zucker  und  1,26  °/ 0  lösliche  Salze,
so  verhindern  letztere  1,26  x5  =  6,30°/ 0  Zucker  am  Kristallisieren,  also  beträgt
das  „Rendement“  des  betreffenden  Zuckers  95,0  —  6,30  =  88,7.
Auch  der  Invertzucker  gilt  als  melassebildend,  d.  h.  er  vermindert  die  Ausbeute; ­
  man  pflegt  daher  im  Ausfuhrhandel  den  gefundenen  Gehalt  an  Invertzucker
mit  5  zu  multiplizieren  und  von  dem  Polarisationsbetrage  abzuziehen.
Dieses  ist  aber  nicht  genau;  Stammen  schlägt  daher  vor,  Wasser  und  Zucker
von  100  abzuziehen  und  den  „Nichtzucker“  (aus  der  Differenz)  mit  dem  Melassenverhältnis ­
  zu  multiplizieren,  wie  es  die  Untersuchungen  der  Melassen  in  der  betreffenden ­
  Fabrik  ergeben  haben.  Ist  z.  B.  das  Melassenverhältnis  der  betreffenden
Fabrik  zu  1,6  gefunden  und  hat  ein  Rohzucker  2,0  °/ 0  Wasser,  95,0  °/ 0  Zucker  und
demgemäß  3  °/ 0  Nichtzucker  ergeben,  so  ist  die  theoretische  Ausbeute  =  95  —  (1,6
^  3,0)  =  90,2  °/ 0 .  Vermehrt  man  das  Melassenverhältnis  um  1,  also  zu  2,6,  so  erhält ­
  man  annähernd  die  wirkliche  Ausbeute,  nämlich  95  —  (2,6  x  3,0)  =  87,2  °/ 0 .
C,  Schoibler  hat  statt  dieser  mehr  oder  weniger  willkürlichen  Verfahren
ein  analytisches  Verfahren  vorgeschlagen,  wonach  die  Ausbeutezahl  mit  Genauigkeit ­
  direkt  gefunden  werden  soll.  Ich  verweise  dieserhalb  auf  Frühling  und
^ühulzs  „Anleitung  usw.“

IV.  Melassekalk,  Kalksaccharat  und  Strontiansaccharat.

Unter  Melassekalk  versteht  man  das  ungereinigte  Rohsaccharat,  unter  Kalksaccharat ­
  und  Strontiansaccharat  die  gereinigten  Erzeugnisse.  Die  Untersuchungsw
 eise  derselben  ist  die  gleiche.

,  roTvichtes  Wo  eine  Bestimmung  des  spezi-1.
  Bestimmung  des  spezifischen  G  jt  dem  Pyknometer  ausgeführt  (S.  449).
fischen  Gewichtes  notwendig  ist,  wird Zuckerkalkmilch  bezw.  Strontian-2.
  Bestimmung  des  Zuckers,  i  f  7„ P kerkalkl  werden  unter  Zerreiben
saccharat  (oder  auch  das  halbe  Normalgewi  .  Essigsäure  versetzt,  der
mit  etwas  Wasser  ..rdnnnt,  Ws  «r  saure«
geringe  Uberschuß  an  Säure  durch  einige  ^n  mer^  " era ul  in  ein  100  ccmabgestumpft,
  bis  eine  bleibende  Trübung  ents  •  ■  filtriert  und  polarisiert.
Kölbchen,  klärt  mit  Bleiessig,  füllt  bis  zur  Marke  ■auf  .für  welche
Falls  das  Filtrat  noch  gelblich  gefärbt  ist,  fügt  man  Knochenkohle  hinzu,
die  festzustellende  Korrektion  anzubringen  ist  (verg  .
            
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