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völkerungsdichte und ihrem rascheren Anwachsen sowie der
weiten Entfernung Oberschlesiens von den inländischen Nahrungsmittelzentralmärkten
in relativ stärkerem MaßeH.
Die Industriellen versuchen nun zu beweisen, daß die gezahlten
Löhne keine „Hungerlöhne" sein könnten, da „jedesmal
bei Lohnsteigernngen die „Feierschichten" sich vermehrten, die
die Arbeiter aus Faulheit einlegten". Indem der Arbeiter so
die Möglichkeit unbenutzt vorbeigehen lasse, durch Fleiß seinen
Jahresverdienst zu erhöhen, sei bewiesen, daß er auskömmlich
entlohnt werde.
Die genannten „Feierschichten" sind zuzugeben, doch nicht
in dem Umfange wie behauptet. Vielmehr werden jene „Feierschichten"
im allgemeinen höchstens in den ersten Tagen nach den
Lohnsteigerungen verfahren. Der Arbeiter erwacht bald aus
seinem Rausch und geht regelmäßig zur Arbeit.
Der Fleiß des oberschlesischen Industriearbeiters hebt sich
andauernd.
Im Durchschnitt entfielen im Jahr auf den oberschlestschen
Kohlenbergmann
1885—1890
i. D.
Arbeitstage
269.0
1891—1895
„
274.3
1896—1900
„
280.7
1901—1905
„
284.8
1906
291.9
1907
294.7
1908
292.6
1909
290.9
1910
284.8
1911
290.5
1912
297.3
Vergleicht man diese Zahlen mit dem Schichtlohn, so ist das
gerade Gegenteil der Behauptung der Industriellen Wirklichkeit:
Bei sinkenden Löhnen werden weniger Schichten verfahren —
die Ursache dazu sind allein die durch die sinkende Konjunktur
1) Nach persönlichen Beobachtungen und Umfragen.