trierung und Jntensievierung der Arbeitsleistung erzielt werden
wird.
Beim Steinkohlenbergbau wird dies umsomehr der Fall
sein, da nach mehrstündiger Arbeit, also in den letzten Arbeitsstunden
der heutigen 10—12stündigen Schicht, die Wetter durch
die Mannschaft trotz bester Ventilationsvorkehrungen stark verbraucht
find, so daß die Arbeitsleistung rapide sinkt. Der ideale
Zustand wäre doch der, das; der Bergmann nach 3—4stündiger
Schicht zu Tage führe, sich erholte und dann wiederum nach
ca. 2stündiger Pause für wiederum 3—4stündige Arbeitszeit
vor Ort zurückkehrte. Das ist nun durch die lange Einfahrt wie
die weiten unterirdischen Fahrten zum Ort unmöglich. Jedenfalls
aber leuchtet die Unwirtschaftlichkeit der letzten Arbeitsstunden
einer übermäßig langen Schicht von 10—12 Stunden
ein. Überdies haben die Kohlenindustriellen die von uns aufgestellte
Behauptung, die Verkürzung der Schicht auf 8 Stunden
würde keine allgemeine Verringerung der Arbeitsleistung also
der Fördermengen verursachen, dadurch schon als richtig zugegeben,
daß ste dem Bergmann erlauben, nach Erledigung seines
Arbeitspensums vorzeitig nach 8 Stunden auszufahren. Und
davon wird, wie berichtet), heute in großem Umfange von den
Arbeitern Gebrauch gemacht, d. h. der oberschlesische Arbeiter ist
für eine kürzere Arbeitsschicht reiff).
Die allgemeine Einführung der 8stündigen Schicht sowohl
für den Steinkohlen- wie Eisenindustriearbeiter Oberschlesiens ist
dringend zu erstreben. Dann wird dem Arbeiter mehr Zeit für
seine körperliche Erholung und geistige Betätigung übrig bleiben,
wodurch auch sein Familienleben eine höhere Bedeutung
gewinnen dürfte.
Obgleich Oberschlefien eine außerordentlich starke, natürliche
Bevülkerungsvermehrung aufweist, leidet die oberschlesische
Kohlen-Eisenindustrie doch seit Jahren unter wachsendem ArbeitermangeU).
1) „Schlesische Zeitung," 25. April 1913.
2) Was vor Jahren allerdings nicht der Fall war. Die überaus
lange Schicht veranlaßte die älteren Häuer oft auf Kosten der
jüngeren vor Ort zu feiern. Die erzieherische Wirkung der kürzeren
Schicht liegt klar.
3) Jahresberichte des Vereins.