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bezirks zu lösen 1 ). Wir glauben bewiesen zu haben, daß diese
bisher einzig vertretene Auffassung nicht zutrifft. Die Eisenbahntarifpolitik
kann nur in speziellen Fällen und beschränkt
angewendet werden.
Die Verkehrsfrage Oberschlesiens ist somit, da andere Momente
nicht zu berücksichtigen find, eine Frage auf dem Gebiete
der Wasserstraßen.
Oberschlesien liegt im Stromgebiet der Oder, die allein für
den Transport der oberschlesischen Kohlen-Eisenindustrie in Betracht
kommt.
Die Oder ist nach dem Rhein und der Elbe der drittgrößte
deutsche Strom. Ihre Lange beträgt 905 Kilometer- und ihr
Niederschlagsgebiet umfaßt 112 000 Quadratkilometer^). Die
Niederschlagsmengen in dem Stromgebiet der Oder sind nach
den Höhenlagen sehr verschieden, am reichlichsten naturgemäß in
den Sudeten, hier aber zeitlich sehr unregelmäßig. Da aus den
Sudeten die bedeutendsten Nebenflüsse kommen, die in kurzem,
steilfallendem Lauf die besonders im Frühjahr und Spätsommer
starken Niederschläge des Gebirges rasch der Oder zuführen und
es anderseits an größeren, ausgleichenden Tieflandsflüssen mangelt,
so zeigt der Oderstrom in seinem Wasserstand weit bedeutendere
Schwankungen als vergleichsweise der Rhein oder die
Elbe^). Dazu kommt das stärkere Gefälle des Hauptstromes
selbst, es beträgt:
Zwischen Oderberg—Kosel
1 :
1800
IN
„
Kosel—Oppeln
1 :
3000
„
„
Oppeln—Breslau
1 :
3100
„
„
Breslau—Krossen
1 :
3500
„
„
Krossen—Küstrin
1 :
3700
„
„
Küstrin—Hohensaaten
1 :
5200
„
„
Hohensaaten—Schwedt
1 :
15700
„
„
Schwedt—Stettin
1 :
100000
„
1) Denkschrift des Vereins, 4. Oktober 1909.
2) Die entsprechenden Zahlen sind beim Rhein 1225 km und
190 303 gkm, bei der Elbe 1165 km und 143 327 gkin. Beim Rhein
wirken im Oberlaus die Seen und Gletscher seines Quellgebieles
regulierend, bei der Elbe der lange Lauf der Moldau, s. a. I.
Part sch I, S. 173—204.
3) Der Pegelunterschied Hoch/Tiesmasser ist bei Breslau 5% m.