DIE WERBEAKTION „DER AUFMERKSAME EHEMANN“ 591
kann es, muß es durch Anzeigen in der Presse geschehen. Wie,
veranschaulicht die bereits erwähnte Anzeige eines Hotels in
Dresden. Die üblichen Samstags- und Sonntags-Anzeigen, die
Einladungen des Hotel- und Gastgewerbes müssen unter dem
Zeichen des „Aufmerksamen Ehemannes‘““ stehen. Steter Tropfen
höhlt den Stein! Die unermüdlich wiederholten Mahnungen an
„Aufmerksame Ehemänner‘“ werden Schule machen und all-
wöchentlich viele neue „Aufmerksame Ehemänner“‘“ gewinnen!
Der praktische Werbefachmann wird nun fragen: Was hat
die Geschichte gekostet? Die Kampagne an sich war großzügig
und originell. Das Großzügigste und Originellste aber dürfte
wohl die Antwort auf die Frage nach den Kosten sein!
Nichts! hat die Werbung gekostet. Die Dispositionen der
Anzeigen-Zentrale, das Hand-in-Hand-Arbeiten mit dem Ver-
lage der „Deutschen Hotel-Nachrichten‘‘ waren derartig, daß
dieser einzigartige Werbefeldzug auch in einzigartiger Weise
geführt werden konnte. Der „Aufmerksame Ehemann“ hat
die sprichwörtliche Antwort des Marschalls Trivulzio an
Lugwig XII. auf dessen Frage, was für Rüstungen und Vorräte
zur Eroberung des Herzogtums Mailand nötig seien: tre cose,
Sire, ci bisogno preparare, danari, danari, e pol danari, Lügen
gestraft. Wenn wir meinen, daß zum Kriegführen drei Dinge
nötig seien, Geld, Geld und nochmals Geld, so haben wir hier
erlebt, daß ein Reklamefeldzug, zur Eroberung eines neuen Ab-
Satzgebietes, statt mit Geld, auch mit drei anderen Dingen ge-
führt werden kann: Mit neuen Gedanken, Umsicht und forschem
Draufgängertum. Ohne das letzte wäre der „Aufmerksame Ehe-
mann“ vielleicht im entscheidenden Augenblick noch zum
Stolpern über einige schwere Hindernisse gekommen, die der
tückische Zufall ihm in den Weg schob. Doch darüber schweigt
des Sängers Höflichkeit, weil das Wichtigste bei allen großen
Kampagnen das letzte ist: der Erfolg. Und der hat an der
Wiege des „Aufmerksamen Ehemannes“ Pate gestanden.