Full text: Der Salzhandel, die Salinen und Salzbergwerke Württembergs im 19. Jahrhundert

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Bohrlöcher der Kgl. rvürtt. saline Rottenmünster. (Mächtigkeit in württ. Fuß) ^). 
Gebirgsart. 
5 sü. 
Bohrlöcher im 
Primtal. 
§ £ 
Nr.l 
Nr. 21 Nr. 3 
Nr. 4 
Nr. 5 
Nr. 6 
Nr. 7 
Nr. 8 
Nr. 9 
Lettenkohle und Dolomit 
53 
88 
88 
138 
138 
132 
135,4 
141,2 
119,5 
91,2 
Hauptmuschelkalk 
224 
250 
246 
235 
237 
176,3 
207,1 
219,5 
192,3 
248,5 
Änhydritgebirge 
116 
130 
134 
107 
108 
169,5 
134,3 
119,2 
161,6 
125,8 
Steinsalz 
5 
35 
40 
27 
18 
29,4 
25,6 
30,6 
44,7 
20,4 
Gips, Zwischenmittel 
— 
— 
— 
— 
— 
1,2 
vor Ort 
Steinsalz 
— 
— 
17,9 
Steinsalz 
— 
— 
—- 
— 
— 
— 
— 
— 
10,1 
Gips und Ton 
78 
3 
9 
5 
91 
12,3 
— 
2 
63,7 
37,4 
Wellenkalk 
vor Ort 
— 
— 
— 
10,1 
— 
Ganze Teufe 
476 
506 
517 
512 
592 
520,7 
502,4 
512,5(591,9(551,3 
Chlornatrium 25,6251 
Schwefelsaures Natron 0,0051 mit 0,0029 Schwefelsäure 
Schwefelsauren Kalk 0,4613 „ 0,2714 
Kohlensauren Kalk 0,0297 0,2743 Schwefelsäure 
Chlormagnium Spur 
Salze 26,1212 
Wasser 73,8788 
100,0000 
Von Interesse dürfte auch die chemische Analyse des Kochsalzes von Rotten 
münster sein, welche Analyse wir hier folgen lassen: Es enthielten 100 Teile 
Salz: 
Chlornatrium 98,1617 
Schwefelsaures Natron 0,1602 mit 0,0902 Schwefelsäure 
Schwefelsauren Kalk 1,1757 „ 0,6916 „ 
Kohlensauren Kalk 0,0656 0,7818 Schwefelsäure 
Chlormagnium Spuren 
Wasser 0,4868 
100,0000 
Durch die Aufhebung des Salzmonopols im Jahre 1868 wurde die wirt 
schaftliche Lage der Saline Rottenmünster nicht günstiger; schien es doch eine 
Zeitlang, als ob die Saline vor dem gänzlichen Verfall nicht mehr zu retten 
war. Besonders die Konkurrenz der badischen Saline Dürrheim und der preußi 
schen bei Stetten in Hohenzollern wirkte außerordentlich lähmend auf den Betrieb 
von Rottenmünster. Auf württcmbergischer Seite setzte man jedoch alle Mittel 
in Bewegung, die Saline Rottenmünster zu halten. In der Tat gelang es, 
neue Absatzgebiete zu erobern; von erheblicher Bedeutung war weiter, daß die 
Saline neue, technisch mehr zweckmäßigere Einrichtungen erhielt, wodurch sich die 
Betriebskosten günstiger gestalteten. So erfuhren die wirtschaftlichen Verhält 
nisse eine langsame Besserung und 1872/73 sehen wir auf der Saline bereits 
wieder 3 Beamte und 40 Offizianten und Arbeiter beschäftigt. Bis zu diesem 
Jahr, also in einem Zeitraum von 48 Jahren seit der Gründung der Saline 
Rottenmünster hatte diese 5 344 723 Ztr. Kochsalz und 230 417 Ztr. Viehsalz, 
insgesamt 5 575 140 Ztr. Salz produziert. Hiervon hatte die Schweiz allein 
3 349 332 Ztr. Salz empfangen 1 2 ). 
1) Kgl. statist.-topograph. Bureau, Beschreibung des Oberamts Rottweil (Berg 
rat Heller). Stuttgart 1876. Seite 337. 
2) Kgl. stallst.-topogr. Bureau, Beschreibung des Oberamts Rottweil. Stutt 
gart 1875. Seite 339.
	        
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