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Lettenkohle 20 Fuß
Muschelkalk 330 „
Anhydrit und Gips 180 „
Steinsalz 40 „
Insgesamt: 570 Fuß.
Vom Schachtsumpfe aus hatte man die Hauptstrecken nach Nordwest in einer
Länge von 1200 Fuß und nach Südost von 900 bis 1000 Fuß getrieben.
Der Abbau erfolgte auf der Grundlage des Pfeilerbaues. Der Wechsel der
Pfeiler erfolgte nach 19 bis 38 Fuß; die Höhe betrug 30 Fuß, wobei man
das Dach im Steinsalz stehen ließ. Beim Abbau- der Längen- >vie Querstrecken
trieb man zuerst von oben mit 7 Fuß Höhe den sogenannten Einbruch, um als
dann den stehengebliebenen Teil in einer Höhe von 23 Fuß als Straße ab
zubauen.
Bei der Bedeutung, die dieser Schachtbau des Salzbergwerkes Friedrichs
hall für die Salzgewinnung Württembergs hatte, dürfte es angebracht sein, den
Verlauf des Schachtbanes geschichtlich etwas näher zu schildern. Die Arbeiten
zum Niederbringen des Schachtes wurden am 2. Januar 1854 unter Leitung
des Bergrates von Alberti begonnen, der den Schacht auf 20 Fuß Lichtweite
bemessen ließ. Das Abteufen ging anfangs glatt ohne jede Schwierigkeit vor
sich; am 25. Mai 1855 hatte man „im Kalkstein von Friedrichshall" eine
Tiefe von 342 Fuß erreicht, >vo unerwartet in der Nacht zum 26. Mai wilde
Wasser auftraten, die innerhalb 6 Stunden den Schacht bis auf 270 Fuß an
füllten. Es war ein glücklicher Zufall, daß gerade zu dieser Zeit keine Arbeiter-
auf der Sohle tätig waren. Um 7 Uhr morgens hatte man die 91 PS. Corn-
walliser Dampfmaschine in Betrieb gesetzt, die zusammen mit der 15 PS. star
ken liegenden Hochdrnckmaschine 200 Kubikfuß in der Minute aus dem Schacht
pumpte. Die Tätigkeit der Maschinen tvährte vom 26. Mai bis zum 10. August,
lvährend welcher Zeit die Wasser ans 250 bis 260 Fuß ausgepumpt lvurden.
Ein tveiteres Arbeiten nach dieser Richtung erwies sich als zwecklos und so wur
den die Maschinen außer Betrieb gesetzt. Zur Beratung der Sachlage wurde
nunmehr der Bergrat Bilfinger aus Stuttgart und der Oberingenieur Beindorf
aus Stärkerode hinzugezogen, man kam zu dem Entschluß, nunmehr einen zwei
ten Schacht 124 Fuß 5 Zoll nördlich von dem ersten entfernt abzuteufen.
Ferner wurde dortselbst die Aufstellung einer 226 PS. starken Cornwalliser
Dampfmaschine beschlossen, womit man dem starken Wasserandrang im Schacht
Nr. 1 zu begegnen hoffte. Die Arbeiten für den Schacht Nr. 2 wurden am
12. November 1855 begonnen unv hatte man bis zum 30. April 1857 eine
Teufe von 330 Fuß erreicht. Man näherte sich so wieder jener gefahrvollen
Schicht, welche die verhängnisvollen Wasser führte. Die Entfernung hiervon
betrug etwa 12 Fuß. Angesichts dieser Sachlage machte mau Pumpen und Ma
schinen betriebsfertig, um der kommenden Schwierigkeit gerüstet Herr zu werden.
Am 28. Mai 1857 wurde ein 3 zölliges Bohrloch ans die Wasserschicht nieder
gebracht. Der Wasserandrang aus diesem Bohrloch betrug 20 Kubikfuß in der
Minute; ein zweites Bohrloch von 44 Linien Durchmesser gab 120 Kubikfuß
in der Minute. Diese Bohrarbeiten erstreckten sich bis zum 4. Juli 1857, in
welcher Zeit 8 Bohrlöcher niedergebracht wurden, die insgesamt 220 Kubikfuß
Wasser in der Minute lieferten. In der Zwischenzeit war es nach vielen
Mühen gelungen, den Schacht Nr. 1 bis auf 300 Fuß Tiefe leer zu pumpen.
Die Wasserförderung aus diesem Schacht betrug 200 Kubikfuß in der Minute,