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Uhr und Glocke bestimmt wurde. Die Gesamtkosten hierfür hatte man auf 600
fl. veranschlagt. Für Versuchsbaue waren 1000 fl. angesetzt und für die Be
treibung der Bohrlöcher 3000 fl. jährlich, wobei für den Monat 250 fl. bestimmt
wurden. Außerdem war noch für neue Seile ein Betrag von 200 fl. vorgesehen.
Der erste niedergebrachte Schacht hatte eine Weite von 3,58 in. Die Arbeiten
zur Fertigstellung des Schachtes fanden am 16. Juni 1824 ihren Abschluß.
Insgesamt wurden für den Schacht 21000 Mark Baukosten verwandt.
Beim Erbohren der Steinsalzlager zu Hall ergab es sich, daß das dnrch-
sunkene Gebirge fast vollständig wasserleer war. Man erbaute daher einen
saigern Schacht von 332^/g Fuß Tiefe, der sowohl als Förderschacht, wie als
Einlaßschacht für Wasser und zum Auspumpen der Sole diente. Später wurde
neben diesem Schacht noch ein Treppenschacht niedergetrieben, der die Bewetterung
verbesserte, auch die Ein- und Ausfahrt erleichterte. Vom Hauptschacht aus
wurde dann das Steinsalzlager durch Strecken weiter aufgeschlossen, wobei durch
Untersuchungen ermittelt wurde, daß das Lager sich von Ost nach West in einer
Ausdehnung von rund 1100 Fuß erstreckte. Die Lagerstätte zeigte die Form
einer Bohne, in der Mitte etwa 28 Fuß Mächtigkeit besitzend. Der Aufschluß
der Lagerstätte von Süden nach Norden wurde bis auf 2700 Fuß Länge be
wirkt, ohne daß das Ausgehende des Lagers erreicht wurde.
Für den Abbau des Steinsalzlagers schlug man anfangs drei verschiedene
Verfahren ein. Zuerst führte man dem Steinsalzlager durch das Fundbohrloch
Wasser zu, wodurch eine teilweise Aussolung des Lagers bewirkt wurde; die so
erzeugte Sole wurde dann auf der Saline zu Hall weiter verarbeitet. Dieses
Verfahren blieb jedoch nur 1 3 / a Jahre in Anwendung, während welcher Zeit
man rund 10 000 Ztr. Kochsalz hierdurch gewann. Durch die Aussolung er
gaben sich jedoch bald erhebliche Nachstürze des Hangenden, sodaß man sich zur
Aufgabe dieses Verfahrens gezwungen sah. Es wurde nun zum Sinkwerks
betrieb übergegangen, der erst nach mehreren mißglückten Versuchen brauchbar
wurde.
Nach dem Betriebsplan des Jahres 1855 sollte die Steinsalzgewinnung
auf Wilhelmsglück insgesamt 447 000 Ztr. erreichen. Der Absatz dieser Salz
menge sollte im folgenden Umfange vor sich gehen x ):
1800 Ztr. Steinsalz für Wilhelmsglück selbst, zu 2 fl. lS'/a kr.
40 000 „ „ „ Königsbronn und Ulm, „ 2 „ — „
133 000 „ „ „ das übrige Württemberg, „ 1 „ 43 „
45 200 „ „ „ das inländische Gewerbe, „ — „ 18 „
150 000 „ „ „ das ausländische Gewerbe,15—17,,
Die verbleibende Steinsalzmenge von etwa 75 000 Ztr. sollte für Kochsalz
aufgelöst werden. Die gesamten beschäftigten Personen, mittelbar, wie unmittel
bar, schätzte man 1855 auf beiden Salzwerken Halls auf 600—700. Darunter
waren auch die Salz- und Holzfuhrlente, Küblermeister, Webermeister und andere
Gewerbetreibende zu verstehen. Den Webermeistern fiel die Aufgabe zu, die für
den Salzversand notwendigen Säcke herzustellen. Auch die Flößer, welche das
Holz für den Salinenbetrieb auf dem Kocher heranschafften, sind in der obigen
Ziffer miteinbegriffen.
Mit dem steigenden Absatz des Steinsalzes konnte jedoch der Sinkwerks-
1) Verhandlungen d. württ. Kammer d. Abgeord., Jahr 1855. II. Beilag.-Bd„
S. 264.